Gender Medizin
Geschlechtsspezifische Besonderheiten bei HerzerkrankungenÂ
Initiative "Hör auf Dein Herz" von Coca-Cola light und der DGesGM e.V.
Â
Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier und hier!
Hintergrund: In den letzten Jahren lieferten zunehmend mehr wissenschaftliche Studien wichtige Erkenntnisse über den Einfluss von Sex und Gender auf Häufigkeit, Symptomatik, Therapie und Verlauf von Erkrankungen. Es ist zum Wohle aller Patienten und Patientinnen wichtig, diese Aspekte aus der Forschung in die ambulante Therapie zu übertragen und in die Gesundheitsversorgung jedes Einzelnen individuell zu integrieren.Â
Geschlechtsspezifische Besonderheiten bei Herzerkrankungen
Juli 2010 - Kardiologinnen haben BNK-Arbeitsgruppe Gender Medizin gegründetÂ
MÜNCHEN – Zur Erforschung und Dokumentation von geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Kardiologie im Hinblick auf Epidemiologie, Diagnostik und Therapie haben sieben niedergelassene Kardiologinnen die BNK-Arbeitsgruppe Gender Medizin gegründet. Im Mittelpunkt der Analyse sollen dabei zunächst Frauen betreffende Aspekte stehen, wie zum Beispiel folgende:
•      Das Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen bei Frauen allgemein,
•      die Auswirkungen von kardialen Vorerkrankungen (KHK, Vitium, Kardiomyopathie) in der Schwangerschaft,
•      Antikonzeptiva und deren Risikopotenzial für Bluthochdruck und thrombembolische Ereignisse.
Ein noch weitgehend unbekanntes Wesen: die Frau in der Kardiologie
„Kardiale Erkrankungen kündigen sich bei Frauen anders an als bei Männern, verlaufen anders und setzen deshalb auch eine andere Therapie voraus. Da Frauen weniger häufig kardial untersucht werden, sie seltener an Medikamentenstudien teilnehmen und auch in Reha-Maßnahmen unterrepräsentiert sind, wissen wir jedoch noch viel zu wenig über geschlechterspezifische Unterschiede in der Kardiologie“, begründet Dr. Susanne Berrisch-Rahmel, niedergelassene Kardiologin am CardioCentrum Düsseldorf, ihr Engagement und das ihrer sechs Kolleginnen. Berrisch-Rahmel weiter: „Viele Frauen erhalten beispielsweise Antikonzeptiva mit hohen Östrogen- und Gestagenanteilen, die mit steigendem Alter Bluthochdruck erzeugen können. Eine Übersicht zu den in den einzelnen Präparaten enthaltenen Hormondosierungen wäre deshalb sehr hilfreich, bislang existiert eine solche aber nicht. Wir wollen uns in unserer Arbeitsgruppe unter anderem Punkten wie diesem widmen, auch, um die Daten hinsichtlich weiterer Zusammenhänge auswerten zu können.“
Smetak: „Unisex-Medizin ist überholt“
Aktuell führt die Arbeitsgruppe eine geschlechtsspezifische Analyse der BNK-Registerdaten durch. Um die noch junge Disziplin der Gender Medizin weiter voranzubringen und insbesondere die Unterschiede bei den kardiovaskulären Risikofaktoren zu erforschen und zu dokumentieren, wird die Arbeitsgruppe von Dr. Norbert Smetak, dem ersten Vorsitzenden des BNK, sowie BNK-Vorstand Dr. Jost-Henner Wirtz aktiv unterstützt. „Je mehr Forschungsergebnisse für unterschiedliche medizinische Fachdisziplinen vorliegen, umso deutlicher wird, dass Unisex-Medizin überholt ist. Gerade in der Kardiologie haben wir noch einiges aufzuholen, was das Wissen zu den Besonderheiten bei Mann und Frau angeht“, sagt Smetak und ergänzt, dass in der neuen Arbeitsgruppe selbstverständlich auch weitere männliche Kollegen herzlich willkommen seien.
BNK – Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e.V.
Â
Der 1979 gegründete BNK e.V. ist der größte Kardiologenverband auf vertragsÂärztlicher Ebene in Deutschland. Er hat derzeit rund 1.200 Mitglieder und repräsentiert damit 95 Prozent der im ambulanten Sektor tätigen Internisten mit Schwerpunkt Kardiologie. Die Mitglieder des Verbandes sind auf regionaler und Bundesebene in zahlreichen Ausschüssen, Projektgruppen, gesundheits- und berufspolitischen Gruppierungen und in vielen Gremien der Deutschen GesellÂschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) aktiv. Erster Vorsitzender des BNK ist seit September 2007 Dr. Norbert Smetak, Kirchheim unter Teck. Seinen juristischen Sitz hat der Verband in München.
Weitere Informationen: www.bnk.de


