Bodytalk
Seit 2003 hat Dr. Berrisch-Rahmel eine periodische Kolumne zu kardiologischen / sportmedizinischen Themen in der Rheinischen Post
RP vom (in press)Â Â Â Â - Hoher Blutdruck schon bei Kindern und Jugendlichen?Â
RP vom 15.10.2008 - Blutverdünnung für ein besseres Leben
RP vom 28.07.2008 - Jetlag
RP vom 21.04.2008 - Gehen hält fit
RP vom 24.02.2008 - Schlafapnoe - von Nachtwächtern und Tagträumern
RP vom 07.07.2007 - Schluß mit dem Doping(-Gerede)
RP vom 12.05.2007 - Schlagen Frauenherzen anders?
RP vom 24.02.2007 - Abenteuer- Verlockung des Ungewissen
RP vom 02.12.2006 - Herzinfarkt - und was ist danach?
RP vom 26.08.2006 - schwache Herzen brauchen Bewegung
RP vom 03.06.2006 - Tipps für eine stressfreie WM
RP vom 08.04.2006 - Richtig schöne Muskeln
RP vom 28.01.2006 - Fit für jede Jahreszeit
RP vom 17.09.2005 - So kriegt jeder sein Fett weg!Â
RP vom 14.05.2005 - 20 Jahre lang 40 bleibenÂ
RP vom 03.05.2005 - Fit für die Piste?
RP vom 12.02.2005 - Sport und Schwangerschaft
RP vom 23.12.2004 - Strategien zum Entspannen
RP vom 23.10.2004 - Ist Herzstolpern beim Sport gefährlich?
RP vom 02.10.2004 - Gegen die Fairness
RP vom 14.08.2004 - Mit der richtigen Ernährung ins Ziel
RP vom 17.07.2004 - Viel trinken bei Hitze
RP vom 12.06.2004 - Viele Regeln für das Tauchen´
RP vom 22.05.2004 - Am besten mit der Pulsuhr
RP vom 27.03.2004 - Fett weg durch Fitness?
RP vom 22.11.2003 - Sport-auch bei Kälte?
RP vom 04.10.2003 - Schützt Fitness vor Herzinfarkt?
RP vom 02.08.2003 - Sport macht Kinder fit
RP vom 05.07.2003 - Herztod auf dem Sportplatz
RP vom 10.05.2003 - Vorm Start zum Fitness-Check
Normalerweise hat der Körper ein eigenes Gerinnungssystem. Das gut funktionierende System besteht aus Blutplättchen und verschiedenen Gerinnungsfaktoren. Die Aufgabe ist es sowohl Blutungen rasch zu stoppen als auch dafür zu sorgen, dass keine Bluteindickung entsteht.
Was sind „Blutverdünner“?
Diese gerinnungshemmenden Substanzen verhindern die Bildung kleiner „Blutklumpen“, auch Blutgerinnsel oder Thromben genannt. Wem helfen sie?
Patienten mit einer künstlichen Herzklappe brauchen sie ein Leben lang. Es besteht sonst die Gefahr, dass Blutthromben die Kunstklappe verstopfen. Nach manchen Herzoperationen oder Eingriffen an den Gefäßen ist eine Antikoagulation = Blutverdünnung vorübergehend für eine begrenzte Dauer von Wochen oder Monaten notwendig.
Akute Gefahr kann bei einem Blutgerinnsel in der Vene (z.B. tiefe Beinvenenthrombose) bestehen. Das Gerinnsel kann abreißen und als „Embolie“ mit dem Blutstrom in die Lunge wandern. Lebensrettend ist dann die Behandlung mit Heparinen, das sind Blutverdünner die zur raschen Wirkung direkt in die Vene verabreicht werden. Sie können auch in die Bauchdecke subcutan unter die Haut gespritzt werden . Anschließend erfolgt die Umstellung auf Tabletten bekannt mit dem Namen Marcumar und dem Wirkstoff Phenprocoumon.
Eine ständig wachsende Gruppe -besonders älterer Menschen- nimmt Gerinnungshemmer aufgrund von Rhythmusstörungen ein. Wieso braucht man bei der „Absoluten Arrhythmie bei Vorhofflimmern“ eine Blutverdünnung?
Die linke Vorkammer bewegt sich nur unzureichend, sie „flimmert“ nur noch. Der Blutfluss wird sehr träge, vergleichbar mit einem Seitenarm von Vater Rhein. In der Folge entstehen -ähnlich wie Morast- Ablagerungen in Form von Thromben.
Wird nun ein Embolus weggespült, gelangt er häufig direkt in die Hirnstrombahn. Verstopft oder verschließt ein Gefäß kommt es zum Schlaganfall. Oft bleiben schwere neurologische Folgeschäden zurück. Eine effektive Blutverdünnung kann dies verhindern.
Ein Nachteil dieser Therapie ist die ständig notwendige Kontrolle der Laborwerte. Manche Patienten führen diese Blutbestimmung selber nach entsprechender Schulung durch.
Der große Vorteil ist der Erhalt einer guten Lebensqualität bei Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen bis ins hohe Alter.
Die innere Uhr muss ihren neuen Rhythmus finden. Zeitgeber, um sich neu zu orientieren sind Hell-Dunkel-Wechsel, soziale Kontakte, Hauptmahlzeiten und Aktivitäten. Ein entspannter Urlauber mit viel Aktivität im Freien wird sich schnell umstellen. Nach einem Westflug schläft der Reisende infolge der Übermüdung schnell ein. In der zweiten Nachthälfte ist der Schlaf unruhig oder wird durch frühes Erwachen beendet. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Gereiztheit. Nach einem Ostflug sind die Veränderungen noch gravierender. Das Ein – und auch das tiefe Durchschlafen sind gestört.
Was kann man vorbeugend tun?
Vor Reiseantritt kann zu Hause versucht werden die innere Uhr auf die neue Ortszeit umzustellen. Stundenweise wird die abendliche Schlafenszeit in Richtung der neuen Ortszeit verschoben. Ebenso natürlich das morgendliche Aufstehen. Auch die Einnahme der Hauptmahlzeiten kann schon der „neuen“ Uhrzeit angepasst werden.
Während des Fluges ist es gut, viel zu schlafen. Alkoholische Getränke und schweres Essen sind besser zu meiden.
Am Ankunftsort empfiehlt sich strikt die dortige Tageszeit einzuhalten. Licht bewirkt über melatoninhemmende Wirkung eine beschleunigte Anpassung an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus.
Gibt es Ausnahmen ? Bei kurzzeitigen Aufenthalten ist es durchaus sinnvoll den Tagesablauf nach dem alten biologischen Rhythmus vom Heimatort beizubehalten. Diese gilt insbesondere für Kurztrips von Berufstätigen, die rasch voll einsatzfähig sein müssen.
Das „Jetlag“ ist keine Krankheit. Es ist eine Befindlichkeitsstörung, die bei der Reiseplanung zu berücksichtigen ist.
Wie entstehen diese Gefäß-Einengungen? Durch Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Zuckerkrankheit, hohen Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen bilden sich Ablagerungen an den Gefäßwänden. Dies kann an den Arterien am Kopf, an den Beinen oder an den Herzkranzgefäßen auftreten. Es entstehen Einengungen, sogenannte Stenosen. Bei körperlicher Belastung (wie Laufen, schnellem Gehen oder Radfahren) braucht der Körper ein vermehrtes Angebot an Sauerstoff. Wie bei einer Autobahn, wo eine Spur gesperrt ist, geling es nun den sauerstofftragenden roten Blutkörperchen nicht, schnell genug die erforderliche Energie zu liefern.
Was passiert? Es treten Schmerzen auf. Am Herzen nennt man diese Schmerzen „Angina pectoris“ (Brustenge). An den Beinen spricht man von „Claudicatio intermittens“ oder Schaufenster-Krankheit. Man(n) bleibt stehen bis die Schmerzen wieder nachlassen und schaut sich in Ruhe eine Schaufensterauslage an, um nicht aufzufallen.
Leider bewegen sich viele Menschen in unserer modernen technisierten Zeit zu wenig. Wer kaum noch läuft, bemerkt diese Erkrankungen nicht. In Ruhe oder bei dieser ganz leichten Belastung reicht der Blutfluss aus. Erst ein ärztlicher Belastungs-Test und Ultraschall-Untersuchungen zeigen, dass bereits krankhafte Veränderungen vorliegen.
Es ist wichtig diese Durchblutungs-Verminderung frühzeitig zu erkennen. Dann kann der Schlaganfall, Herzinfarkt oder gar eine Amputation am Bein verhindert werden.
Was kann man vorbeugend tun ?
An erster Stelle steht die Reduzierung der Risikofaktoren. Das Rauchen sollte beendet werden. Ein Bluthochdruck und Diabetes mellitus muss gut eingestellt werden. Neben einer gesunden Ernährung ist oft eine medikamentöse Behandlung notwendig. Ganz im Vordergrund steht die tägliche aktive Lebensweise.
Gehen hält fit.
Nehmen Sie jede Möglichkeit wahr sich zu bewegen! Gut, dass der Parkplatz etwas entfernter liegt. Prima der Fahrstuhl ist voll ist und man kann die Treppe nehmen. Wie schön ist ein kleiner Spaziergang am Abend, jetzt wo es wieder länger hell ist. Auch ein Sport-Programm, individuell je nach Kondition, ist ideal.
Halten Sie sich fit, Ihre Gefäße danken es Ihnen!
Etwa ein Drittel des Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Das ist auch gut so, denn nur im Schlaf findet der Mensch Erholung. Der Körper kommt zur Ruhe. Der Pulsschlag wird langsamer, der Blutdruck sinkt ab, der Körper entspannt sich und tankt neue Kraft für den nächsten Tag. Verschieden Gründe gibt es, warum der Schlaf gestört werden kann. Diese führen dazu, dass eine Tagesmüdigkeit und herabgesetzte Leistungsfähigkeit auftritt. Die Ursachen können äußerer Natur sein. Da ist die junge Mutter, die sich nachts um ihr Baby sorgt. Ungewohnter Lärm in der Nachbarschaft und man fühlt sich am Morgen wie nach einer durchfeierter Nacht. Es gibt aber auch krankhafte Schlafstörungen. Eine davon ist die „obstruktive Schlafapnoe“. Nächtliche Atemstillstände stören den Schlaf und führen zu Sauerstoffmangel. Manche Patienten werden von ihrem eigenen Schnarchkonzert geweckt. Andere wachen auf, weil sie nach Luft schnappen. Manchen rast der Puls oder es werden nachts erhöhte Blutdruckwerte gemessen. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSA) entsteht durch Einengung oder Verschluß der oberen Atemwege während des Schlafens. Die Folge ist ein Mangel an Sauerstoff, der Weckreaktionen (Arousls) nach sich zieht. Dadurch wird der Schlaf gestückelt und die natürliche Architektur zerstört. Dieser nicht- erholsame Schlaf fällt dem Partner auf durch Schnarchen und Atemaussetzern.
Wie kann solch eine Schlafstörung festgestellt werden?
Polygraphie heißt die Untersuchung, die Klärung bringt. In einem Schlaflabor oder ambulant zu Hause wird in der Nacht der Schlafrhythmus aufgezeichnet. Normalerweise verläuft der Schlaf in verschiedenen Zyklen (REM-Schlaf mit Traumphasen und NON-REM-Schlaf).
Liegt eine obstruktive Atemstörung vor, ist die Behandlung eine nächtliche Ventilationstherapie. Eine Silikonmaske wird mit elastischen Bändern abends am Kopf befestigt. Durch eine andauernde Überdruckbeatmung bleiben die Atemwege während des Schlafes offen. Diese Beatmung mit nCPAP (nasaler kontinuierlicher positiver Druck im Atemweg) ist eine effektive Therapie.
Auch wenn die Atemmaske zunächst sehr hinderlich erscheint, ist diese Behandlung von großem Erfolg. Prächtig schlafen und sich am nächsten Morgen fit fühlen – ein völlig neues Lebensgefühl!
Radsport wird von rund acht Millionen in Deutschland aktiv betrieben. Insbesondere im Amateurbereich trainieren viele junge Sportler. Lokale und internationale Rennen wie die „Tour de France“ erfreuen sich seit Jahren größter Beliebtheit.
Dieser schöne Sport ist in Verruf gekommen. Prominente Fahrer und ihre Betreuer schockieren mit Doping-Geständnissen. Mehrere Toursieger wurden disqualifiziert, andere wegen Dopings gesperrt. Die Sponsoren sind verunsichert, der Ausstieg wird überall diskutiert.
Teams, die nie gedopt haben, spüren eine große Unsicherheit im Hinblick auf weitere Unterstützung. Wenn die Profi-Radfahrer nicht mehr als „sauber“ einzustufen sind, fürchten auch langjährige Sponsoren einen Imageschaden für ihre Unternehmen.
Wie funktioniert EPO-Doping?
Medizinisch wird es eingesetzt um die Blutneubildung anzuregen. Es wird besonders bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen (Dialyse-Patienten) und Tumorpatienten nach einer Chemotherapie verabreicht. Auch Ausdauersportler möchten diesen Effekt nutzen und die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöhen. Es sind dann mehr „Sauerstoffträger“ im Blut vorhanden. Die Muskulatur kann besser mit aerober Energie versorgt werden.
Die Gabe von EPO ist einfacher als ein aufwendiges „Höhentraining“. Durch Training in großer Höhe kann nämlich ein ähnlicher Effekt erzielt werden. Auch dann bilden sich mehr rote Blutkörperchen und somit mehr Sauerstoffträger. Die Bildung von Erythrocyten dauert etwa eine Woche. Sie stehen dem Körper drei Monate zur Verfügung.
Welche medizinischen Gefahren birgt die Einnahme von EPO für einen Sportler? Durch EPO wird das Blut eingedickt. Kleine Blutgefäße können verstopfen. Ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall treten beim eigentlich gesunden Sportler als schwere Komplikation auf. Auch kommt es zu erhöhtem Blutdruck, der medikamentös behandelt werden muss. Stop“ mit Doping sagen Fahrer und Betreuer der Radsport-Szene seit einiger Zeit. Es gibt auch noch andere Themen, wenn es um Radsport geht. Insider und Kenner wollen Sport sehen und über sportliche Leistung sprechen. Gemeinsames Ziel sollte es sein, Sportler ohne Doping gesund und gut leistungsfähig zu halten
Schlagen Frauenherzen anders?
Sind Frauen Herzpatienten 2. Klasse? Ist es gefährlich eine Frau zu sein?
Frauen kommen nach einem Herzinfarkt später in die Klinik, sie werden schlechter behandelt, und ihre Chance zu überleben ist nur halb so groß wie die von Männern. Dieses gilt insbesondere für Frauen unter 50 Jahren !
Herzinfarkt ist eine Männerkrankheit, so denken heute noch 6 von 10 Frauen. Aber das ist eine Legende.
In absoluten Zahlen sterben pro Jahr mehr Frauen als Männer an Herzkrankheiten. Der plötzliche Herztod erwischt immer häufiger Frauen. Darunter sind auch 40- 50 jährige. Wie kann das sein? Ist es Folge der Emanzipation? Dass Frauen häufiger und früher Infarkte bekommen liegt auch daran, dass sie beim Rauchen den Männern nicht mehr nachstehen.
Eine Schachtel Zigaretten täglich verdoppelt das Herzinfarktrisiko. Und wenn der Infarkt kommt, kommt er bei Raucherinnen früher- im Schnitt 15 Jahre früher als bei Nichtrauchern. Übergewicht gilt als gravierender Risikofaktor. Wirklich gefährlich wird es in Kombination mit Diabetes, Fettstoffwechselstörung, Stress oder hohem Blutdruck. Wie ist es mit den weiblichen Hormonen? Bis zu den Wechseljahren schützen die natürlichen Östrogene die Frauenherzen. Deshalb kommt der Infarkt bei Frauen im Schnitt zehn Jahre später, nämlich erst nach der Menopause. Eine medikamentöse Behandlung mit Hormonen als Ersatztherapie zeigt diesen Schutzeffekt leider nicht.
Ist der Stress ein wichtiger Risikofaktor? Berufstätigkeit und gleichzeitige Doppelbelastung führen nicht zwingend zu höherem Risiko. Fehlende Anerkennung als Nur-Hausfrau kann aber Stress pur sein.
Welche Beschwerden macht das Herz? Häufig sind die Symptome bei Frauen sehr untypisch. Oft ist es Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch oder zwischen den Schulterblättern. Plötzliche Atemnot und Schwächegefühl, Schweißausbruch und auffällige Blässe sowie Beklemmungsgefühl und Todesangst sind ein Grund sofort den Notarzt anzurufen. Viele Frauen warten zu lange. So landen Frauen mit akutem Herzinfarkt eine Stunde später durchschnittlich in der Klinik. Oft vergehen sogar bis zu drei Stunden. Um so schneller in einer Spezialklinik behandelt wird, desto kleiner ist der dauerhafte Schaden am Herzmuskelgewebe.
So heißt es (auch) für Frauenherzen: Treten Beschwerden auf, so sollten diese Warnzeichen rasch beachtet werden. Ärztliche Unterstützung hilft die Risikofaktoren anzugehen. Eine aktive und gesunde Lebensweise ist die beste Vorsorge auch für Frauen!!
Abenteuer in Schwindel erregender Höhe, Abtauchen in die Tiefe des Meeres oder in das Innere der Erde. Der Weg ist das Ziel, egal ob in der Wüste, im Dschungel oder im ewigen Eis.
Abenteur, das ist Flucht aus dem wohlgeordnetem Alltag und Lust auf Veränderung. Das Wort hat einen magischen Klang. Es riecht nach Freiheit, Wagnis, Spannung pur.
Immer mehr Menschen haben immer weniger Lust auf die „klassische Erholung“, sie wollen im Urlaub aktiv sein und etwas erleben. Es fasziniert die urmenschliche Sehnsucht nach unbekannten Herausforderungen. Doch jedes Abenteuer bedarf einer Phase der Vorbereitung.
Wichtig ist es durch ein körperlich gezieltes Training die erforderliche Kondition und Fitness aufzubauen. Ein paar Monate Training mit regelmäßigem Sport ist nötig. Das heißt dreimal wöchentlich Jogging (30- 45 Minuten) und Kraft- und Bewegungstraining im Fitnessstudio. Einige besonders extreme Sportarten brauchen eine spezielle Vorbereitung.
Ein ärztlicher Gesundheits-Check inklusive Beratung ist zu empfehlen.
Neben guter Ausdauer und Kraft ist ein stabiler Kreislauf wichtig, ganz besonders bei Höheneffekt. Wie lernt man die notwendige mentale Stärke? Zunächst erfolgt eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Kräfte. Das Ziel wird so gesetzt, dass es zu schaffen ist. Für das Erreichen eines Zieles ist es wichtig, das Ziel in kleinere Etappen zu unterteilen. Die Freude über die gelungene Teiletappe setzt neue Energie frei. Umso größer die Motivation ist, desto mehr ist man überzeugt ist, dass die Anforderung zu schaffen ist.
Willenskraft heißt aber nicht Durchhalten um jeden Preis. Leichtsinn, Unerfahrenheit und
Selbstüberschätzung sind die häufigsten Unfallursachen.
Deshalb heißt es, immer Vernunft über Ehrgeiz zu stellen. Auch Umwege können zum Ziel führen.
Eine perfekte funktionelle Hightech-Ausrüstung erleichtert das Outdoor- Abenteuer in der Natur. Eine ausreichende und vernünftige Energiezufuhr ist unverzichtbar. „Boil it, cook it, fry it, peel it - or forget it!“ Die leichte und kohlehydratreiche Ernährung sollte durch häufiges Trinken ergänzt werden. Mit den eigenen Kräften zu haushalten lernt man, indem man auf die Signale des eigenen Körpers hört. Überbelastung kann sich durch Kribbeln auf der Haut, Atemnot, Unwohlsein oder Schwindelgefühl bemerkbar machen.
No risk, no fun. Trotz umfangreicher und sorgfältiger Vorbereitung bleibt immer ein Restrisiko bestehen - und das macht letztendlich auch den Reiz von Natur und Abenteuer aus!
Die Diagnose kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Herzinfarkt. Durch die gute medizinische Versorgung konnte Schlimmeres verhindert werden. Frühzeitig wurde das plötzlich verschlossene Herzkranzgefäß wiedereröffnet, durch einen Ballon aufgeweitet und mit einem Stent versorgt. Zunächst wird eine Therapie mit Medikamenten eingeleitet. Gleichzeitig heißt es, Lebensstiländerungen vorzunehmen, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Risikofaktoren gefährden die Gesundheit des Herzens. Gut beeinflussbar sind diese durch Änderung der Lebensgewohnheiten : Rauchen, Fettstoffwechselstörung, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht, wenig Bewegung.
Eine bewusste Ernährung führt zur besseren Einstellung eines Diabetes mellitus und einer Fettstoffwechselstörung sowie zu Gewichtsnormalisierung.
Besonders die mediterane Kost wird empfohlen. Gelegentlich gehört auch ein Glas Rotwein dazu! Das Rauchen muss ganz und gar beendet werden. Rauchentwöhnungsprogramme oder Selbsthilfegruppen können dabei helfen. Das Wichtigste aber ist die Bewegung! Sportliche Betätigung und aktive Lebensweise beeinflussen die Risikofaktoren günstig.
Bei Herzpatienten muss vor dem Training eine kardiologische Untersuchung mit Belastungs-EKG und Herzultraschall erfolgen. Die Trainingsintensität wird festgelegt. Die Zielbereiche der Herzfrequenz sollen möglichst 4-5 mal pro Woche über 30- 45 Minuten angestrebt werden. Optimale Sportarten sind Wandern, Walken, Golfen, Nordic Walken, Radfahren, Laufen und Schwimmen. Alle haben einen gefäßschützenden Effekt. Auch der tägliche Hundespaziergang zeigt eine Lebensverlängerung in Studien. Gymnastik und Fitnesstraining mit leichten Kraftübungen sind ebenfalls gute Möglichkeiten sich Bewegung zu verschaffen. Wichtig ist- der Sport soll Spaß machen. Nur das was Spaß macht, macht man gerne ausdauernd. Auch regelmäßige Bewegung im Alltag eingebaut
(Treppensteigen, Auto stehen lassen, Hausarbeit) schafft Punkte auf dem Wochenkonto.
Ein besonderes Training bieten Koronarsportgruppen an. Hier treffen sich Herzpatienten zu speziellen Herz-Kreislauf -Programmen. Immer ist ein kardiologisch geschulter Arzt anwesend. Insbesondere wenn nach einem Herzinfarkt noch Unsicherheit besteht, was man sich zumuten kann, ist diese regelmäßige Teilnahme optimal. Das Leben geht weiter- besser- nach dem Herzinfarkt.
Luftnot, Müdigkeit, zunächst nur bei größerer Anstrengung. Dann wird es mühsam den normalen Alltag zu bewältigen. Die Diagnose kann schnell durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens gestellt: Herzschwäche. Diese Herzerkrankung wird auch Herzinsuffizienz genannt und ist eine sehr häufige und manchmal auch lebensbedrohliche Erkrankung.
Leitsymptome - also typische Beschwerden können sein: Kurzatmigkeit, Luftnot, Müdigkeit und manchmal auch geschwollene Beine und Knöchel. Die linke Herzkammer ist geschwächt und pumpt immer weniger Blut. Ursache ist oft ein abgelaufener Herzinfarkt. Auch ein schlecht behandelter Bluthochdruck oder eine Herzmuskelentzündung kann zu dieser Pumpschwäche führen. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad I-IV der Erkrankung. Zunächst wird eine Therapie mit Medikamenten eingeleitet. Bei höheren Schweregraden kann eine spezielle Schrittmachertherapie zum Einsatz kommen.
Früher wurde diesen Patienten verboten, Sport zu treiben oder sich körperlich zu belasten. Heute weiß man, dass sich eine angepasste Bewegungstherapie günstig auf die Erkrankung auswirkt. Körperliches Training verbessert den Zustand der Muskulatur und fördert die Durchblutung des Körpers. Was aber ist schwachen Herzen zumutbar ?
Wichtige Vorraussetzung ist ein kardiologischer Eingangstest mit Feststellung der aktuellen Leistungsfähigkeit des Herzens. Eine Spiroergometrie ist ein spezielles Belastungs-EKG mit gleichzeitiger Messung der Atemgase. Anhand der Messwerte kann die optimale Herzfrequenz ermittelt werden.
Um beim Ausdauertraining die richtige Intensität der Belastung zu finden, misst der Patient selbst die Pulsfrequenz. Am besten wird ein Pulsmesssystem verwendet, bei dem über einen Brustgurt die Zahl der Herzschläge gemessen wird. Eine Uhr oder ein Cardio-Gerät zeigen die Herzfrequenz an. Vor allem am Anfang gilt „weniger ist mehr“, denn eine Übertreibung würde schaden. Neuere Studien zeigen, dass auch ein leichtes Krafttraining möglich ist. Durch das regelmäßige selbst gesteuerte Training kann die Herzmuskelkraft verbessert werden. Mit diesem individuellen Trainingsprogramm muss auch der Herzgeschwächte nicht auf seinen geliebten Sport verzichten.
Doktors Kolumne 08.04.2006 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Tipps für eine stressfreie WM
Fußball ist Deutschlands Volkssport, der Bluthochdruck ist Deutschlands Volkskrankheit. Noch nie war die Begeisterung für Sport so groß - Deutschland ist im Fußballfieber. Unter den Zuschauern werden auch viele Hypertoniker sein. Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck. Die Spiele der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland sind für die meisten Zuschauer aufreibend. Sie bekommen spannende Spielszenen zu sehen. Sie ärgern sich über knappe Spielausgänge oder Niederlagen der eigenen Mannschaft und empfinden überschäumende Freude bei Siegen.
In diesen Situationen schüttet der Organismus vermehrt Stresshormone aus. Dazu gehören vor allem die Katecholamine, wie Adrenalin und Noradrenalin. Diese körpereigenen Stoffe haben eine anregende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Nicht nur bei den aktiven Spielern, auch bei den „passiven“ Zuschauern kann die Herzfrequenz über 100 Schläge / Minute ansteigen. Ein ansonsten normaler Blutdruck schießt unter der Anspannung nach oben.
Ein gesundes Herz verträgt solche emotionalen Belastungen. Problematisch können aufregende WM-Spiele für Hypertoniker sein oder für Menschen mit bekannten Herzmuskelschwächen. Auch Durchblutungsstörungen und Herzrhythmusstörungen können ein Risiko darstellen.
Nicht allen Betroffenen sind ihre Herz-Erkrankungen bekannt. Anbei einige Tipps für eine geruhsame WM 2006:
- Der Blutdruck soll gut eingestellt sein und überprüft werden.
- Bei Herzbeschwerden sollten Sie mit ihrem Arzt vor der Fußballweltmeisterschaft besprechen, ob Sie den Stress verkraften.
- Die Zeiten der Spiele großzügig einplanen und nicht in einen viel zu vollen Zeitplan drängen. Das macht zusätzlichen Stress.
- Vor, nach und zwischen den Fußballspielen nicht sitzen bleiben, sondern sich selbst bewegen.
- Bei warmen Temperaturen reichlich trinken, aber nur wenig Alkohol. Dies gilt, egal ob im Stadion oder zu Hause.
- Am Besten zwischendurch selber mal kicken, dann steht einer spannenden Fußball - WM 2006 nichts mehr im Wege!
Doktors Kolumne 08.04.2006 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Richtig schöne Muskeln
Noch nie war die Begeisterung für Sport in Deutschland so groß. Mehr als 4,5 Millionen Frauen und Männer besuchen regelmäßig ein Fitness-Studio. Vom schonenden Training zur Erhaltung der Vitalität bis hin zum gezielten Bodystyling, hier kann jeder ein individuell abgestimmtes Krafttraining durchführen. Und das Alter? Es spielt keine Rolle! Es lohnt sich immer. Auch ein Senior kann einen Muskelzuwachs erreichen. Denn leider verliert der Körper schon ab dem dreißigsten Lebensjahr Muskelmasse.Grundsätzlich aber gilt: Keine "Kalt-Starts". Mit einem guten "Warm-up" wird das Herz-Kreislauf-System aktiviert und die Versorgung mit Energie und Sauerstoff angekurbelt. 10-15 Minuten auf dem Laufband, Stepper, Climber oder Cross-Trainer sind ideal. Auch ein Fahrradergometer oder Seilchenspringen (z.B. zu Hause) ist möglich. Verlängert man die Trainingszeit, hat man gleichzeitig ein effektives Fat-Burner-Programm. Musik zum Mitreißen und ein Kombitraining an verschiedenen Geräten des Studios bringen gute Laune und Abwechslung für die verschiedenen Muskelgruppen.Die Trainingspläne an den Geräten richten sich nach dem Fitnesslevel. Wesentliche Faktoren sind Ausdauer, Kraft, Koordinationsvermögen und Beweglichkeit. Der lizensierte Fitness-Trainer stellt nach individuellen Wünschen und Zielen ein Übungsprogramm zusammen. Einsteiger beginnen zunächst an den großen Geräten. Zu den Durchgängen des Basisprogramms kommt später der Zugturm hinzu. Für Profis ist das Powertraining mit Kurz- oder Langhanteln gedacht.Das kleine Cool-down-Programm mit Cardiotraining (10 min) im aeroben Bereich verbessert die Regeneration. Den eigentlichen Abschluss bilden Dehnübungen mit Stretching der beanspruchten Muskelpartien.Während und nach dem Training empfiehlt sich reichlich zu trinken. Nach jedem Workout freut sich die verschwitzte Haut über eine Wechsel-Dusche und die richtige Hautpflege.Regelmäßige Bewegung und Training steigern das Immunsystem. Man erreicht seine Top-Form. Wenn man allerdings nicht sofort abnimmt, immer daran denken: Das langsam entschwindende Fett ist leichter als der sich aufbauende Muskel. Und durch die verbesserte Körperhaltung und Figur kommt es zu mehr Vitalität, Energie und Selbstsicherheit.
Und damit verbunden die immer wiederkehrende Frage – soll ich heute laufen, oder wäre das eher ungesund? Und wenn’s morgen noch nicht wesentlich besser ist, soll ich laufen ? Oder besser noch warten? Das ist die Frage vieler, die regelmäßig Walken, Nordic Walken oder Laufen . Bei Fieber ist jedes Training tabu. Auch danach braucht der Körper Zeit, um sich von einer Infektion zu erholen. Wenn der Arzt einverstanden ist und man sich fit genug fühlt, kann das Training langsam wieder aufgenommen werden. Guter Kontrollparameter ist der Pulsmesser, um ein zu schnelles Ansteigen der Herzfrequenz frühzeitig zu erkennen. Dann heißt es „Tempo drosseln“ und die normalen Trainingeinheiten verkürzen.
Bei den hiesigen feucht-kühlen Winter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, sollte man die richtige Bekleidung wählen. Kopf, Hals, Hände – also Körperregionen, die ansonsten meist der Witterung ungeschützt ausgesetzt sind – solltenim Winter gut „verpackt“ werden. Am besten nicht zu warm und nicht zu kalt. Bewährt haben sich Handschuhe, ein Schal, Stirnband oder Mütze – dann bereitet auch kalter Ostwind keine Probleme.Wichtig ist natürlich der Schutz des Rumpfes. Brust, Bauch und Lenden
bedürfen besonderer Verpackung. Hier liegen die wichtigen organischen Schaltzentralen – Herz, Lungen, innere Organe, große Gefäße. Wenn es denen warm ist, ist dem ganzen Menschen warm. Darum tragen viele Läufer und Walker gern eine Weste, die zudem viel Bewegungsfreiheit für die Arme gewährt.Und drunter? Am besten wird das Mehrschichtenprinzip gewählt: Atmungsaktive Unterwäsche und darüber ein Fleece-Shirt. Bei Wind und Regen braucht es einen besonderen Schutz. Die Regenjacken aus Materialien wie Gore-Tex halten leichten Regen und kühlen Wind ab. Eine wirklich gute Errungenschaft fürs Laufen bei schlechter Witterung bzw. im Dunklen kommt natürlich aus Amerika. Reflektierende Streifen sorgen dafür, dass der Läufer im Scheinwerferlicht von Fahrzeugen schon von weitem erkennbar ist.Eine heiße Dusche oder ein heißes Wannenbad nach dem Training tut ddann so richtig gut. Gern wird auch die Sauna genutzt, um die Abwehr-kräfte zu erhöhen (oder auch zum
Auftauen, nach dem man sich längere Zeit der Kälte ausgesetzt hat). Gerade der abrupte Temperaturunterschied zwischen heißer Sauna und kaltem Tauchbad aktiviert den Organismus. Wärme generell spielt im Winter einewichtige Rolle, um die höher belastete Muskulatur regenerieren zu lassen. Vorgebeugt werden kann so Verhärtungen und Verspannungen.Ein paar Vorkehrungsmaßnahmen braucht es schon, aber dann ist der Winter ein herrliche Zeit zum Trainieren. Was gibt es Schöneres als
einen Lauf bei Neuschnee, an einem kalten, sonnigen Tag mit klarer Luft!
Walken – die ideale Sportart für Sporteinsteiger, Wieder-einsteiger und Rehabilitanten. Das zügige Gehen mit einer Geschwindigkeit von 5-9 km/h gilt als schonendes und „sanftes“ Ausdauertraining. Um einen Kreislaufeffekt zu erzielen, sollten mindestens 50% der maximalen Sauerstoffaufnahme erreicht werden. Beim besser trainiertem Freizeitsportler sind höhere Geschwindigkeiten oder ein bergiges Gelände notwendig, um einen ausreichend hohen Puls zur Fettverbrennung zu erreichen.
Nordic Walking ist 40-50% effektiver als Walken ohne Stöcke. Durch den Stockeinsatz werden 90% aller Muskelgruppen beansprucht. Aufgrund der hohen Muskelbeteiligung tritt ein erhöhter Kalorienverbrauch auf. Bei einem Tempo von 5 km/ Stunde werden bis zu 400 Kalorien verbraucht bei einem Flüssigkeitsverlust von 1,5 Liter. Aufgrund der Entlastung von Knie-, Hüft- und Sprunggelenk ist es ideal geeignet für Übergewichtige und Menschen mit Arthrose.
Beim Laufen liegt nur der leistungsfähigere Sportler im aeroben Bereich. Für viele liegt das Trainingsideal in der Mitte - ein Intervall-Training mit Wechselspiel zwischen Walken und Joggen mit kurzen Spurts.
Sporteinsteiger sollten es gerade zu Anfang langsam angehen lassen und nach einigen Wochen Tempo und Dauer steigern. Messparameter zur idealen Trainingsteuerung ist zunächst das subjektive Belastungs-empfinden (Borg-Skala).Aber aufgepasst, wer zu langsam trainiert verbrennt kaum Kalorien. Beim Übertraining sind zunehmend Kohlenhydrate statt der Fette die Energielieferanten. Die individuell optimale Fettverbrennungszone kann mittels der Lactat-Testung ermittelt werden. Beim „Fatburner“-Training mit niedrigen Milchsäurewerten (Lactat 3mmol) wird die höchste Fettverbrennung erzielt. Ideal sind regelmäßig 3-5 mal pro Woche Trainingseinheiten über 30-60 Minuten. In der Woche können so 2000-3000 Kalorien durch Bewegung im aeroben Bereich verbrannt werden.
Nicht unmittelbar beim Sport schwinden die Pölsterchen. Ein knackiger Po und ein straffer Bauch kommen , wenn der Körper mehr verbrennt als er bekommt. Optimale Strategie: einen Teil beim Essen einsparen, den anderen Teil durch die Bewegung verbrennen.
Dann ist das Ziel erreicht, denn die negative Energiebilanz heißt „abnehmen“.
20 Jahre lang 40 bleiben
Der älteste bekannte Marathonläufer war Josef Galia, der mit 92 Jahren das Ziel beim New York Marathon erreichte. Erstaunlich, welche sportlichen Leistungen auch im höheren Alter noch erzielt werden können. In vielen Studien wurde gezeigt, dass der sportlich Aktive nicht nur älter wird, sondern auch besser lebt.Kann man im Alter noch jeden Sport ausüben?Die Leistungsfähigkeit ist oft durch die typischen Krankheiten des Alters eingeschränkt. Hierzu zählen Durchblutungsstörungen der Gefäße, hoher Blutdruck und sehr häufig Gelenkverschleiß in Form von Arthrosen. Eine sportmedizinische Eingangs-untersuchung mit entsprechenden Trainingsempfehlungen ist daher unbedingt notwendig. Die Auswahl der geeigneten Sportart hängt von Vorerkrankungen und Verletzungen ab. Liegen bereits Herz- und Kreislauferkrankungen vor, bedarf es einer speziellen Überwachung und Betreuung des Sporttreibenden. Medikamente und insbesondere die Einnahme von Blutverdünnern wie Marcumar sind zu berücksichtigen. Auch Hör- oder Sehstörungen sind zu überprüfen, da diese Fähigkeiten im Alter oft unbemerkt nachlassen.Wo können Probleme auftreten?Der ältere Körper kann sich schlechter an höhere Intensität der Belastung anpassen. Kurzdauerndes hochintensives Training ist nicht zu empfehlen. Eine rasche Umstellung auf Kälte oder Hitze fällt schwerer als in jüngeren Jahren.Was ist zu empfehlen?Ideal sind dynamische Ausdauer-belastungen wie Gehen, Joggen, (Nordic-)Walken, Radfahren und Schwimmen. Obwohl mit zunehmendem Alter normalerweise die Leistungsfähigkeit sinkt, kann sie durch Sport erhalten bleiben. So kann ein fitter 60jähriger durchaus die Ausdauerleistungsfähigkeit eines 40jährigen haben. Es ist möglich "20 Jahre lang 40 Jahre zu bleiben"!Was ist nicht zu empfehlen?Beim Krafttraining ist Zurückhaltung geboten. Aufgrund des Rückgangs der anabolen Hormone nimmt die Muskelkraft ab. Dazu kommt die rasche Neigung zu Blutdruckspitzen. Das Krafttraining sollte stets im Bereich unter 50% der maximalen Kraft liegen. Die Übungen sind am Besten locker 12-15x zu wiederholen.Falls Schnelligkeit trainiert wird, sollte ein intensives Aufwärmtraining vorausgehen, um Verletzungen der Muskelfasern zu verhindern.Was ist für den älteren Senior/In besonders geeignet?Eine eingeschränkte Beweglichkeit kann durch regelmäßige Gymnastik verbessert werden. Koordination und Flexibilität wird verbessert. Es ist eine gutes Training um Stürzen und Verletzungen vorzubeugen. Die ökonomisierte Bewegungsabläufe führen zu höherer Leistung. Um das Gleichgewichtsempfinden zu trainieren sind rhythmische Gymnastik und Tanzen auch in höherem Alter gut geeignet. Menschen in jedem Lebensalter können durch Sport ihre Leistungsfähigkeit verbessern.Und noch ein Gewinn: Durch neue psychosoziale Kontakte tritt vermehrt Lebensfreunde auf!
Doktors Kolumne 03.05.2005 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Fit für die Piste
In den Alpen lockt Neuschnee. Kann ich mich noch kurzfristig vorbereiten, um das echte Skivergnügen voll und ganz genießen zu können?Gut ist, wer das ganze Jahr über Sport treibt. Kraft und Ausdauer sind hier vorhanden. Während der Wintermonate noch eine gesellige Skigymnastik im Turnverein oder Fitnesscenter und die Fitness ist perfekt!Wer direkt den Schreibtisch gegen Schnee eintauschen möchte, kann die Skigymnastik natürlich auch zu Hause betreiben. Täglich nach Trainingsplänen übers Internet (www.br-online.de oder www.quarks.de). Skigymnastik besteht zunächst aus Aufwärmen und Stretchen. Danach folgt das Herz-Kreislauf-Training zur Steigerung der Kondition. Die beim Skilaufen und Snowboarden beanspruchten Muskelpartien werden gezielt gekräftigt. Der Koordination dienen Gleichgewichts- und Geschicklichkeitsübungen. Dann wird die Reaktion auch bei brenzligen Situationen schnell und zielsicher. Stürze und Kollisionen werden verhindert oder abgemildert. Spezielle Übungen sind Wedelhüpfen, Abfahrtshocke, Schneepflug und Sprünge.Wann soll ich anfangen? Mit dem Konditions- und Muskeltraining am Besten sechs bis acht Wochen vor dem Start in die Skisaison beginnen und dann drei bis vier mal pro Woche. Aber es ist nie zu spät. Jetzt schnell beginnen wer Ostern auf die Bretter will!Egal ist ob es sich um Anfänger oder einen routinierten Skiläufer handelt - die ersten Urlaubstage zeigen, wie gut die Vorbereitung war. Wer körperlich fit in den Skiwinter startet, hat ein deutlich erniedrigtes Verletzungsrisiko.Was kann ich am Skiort tun? Aufwärmübungen unmittelbar vor der ersten Abfahrt machen den Körper geschmeidig. Gut durchblutete Bänder und Sehnen halten größere Belastungen aus. Auch wenn die Skifreunde blöde Bemerkungen machen, das volle Fahrvergnügen genießt nur, wer seinen Körper warm hält. Das gilt natürlich auch nach jeder Pause!In der Höhe braucht man mehr Flüssigkeit. Zwei bis drei Liter nicht-alkoholischer Getränke dürfen es am Skitag sein. Eine ganztägige sportliche Belastung ist für die meisten ungewohnt. Hier heißt es zwischendurch Pausen einlegen und auch das Relaxen genießen.Aufhören wenn man müde ist! Die meisten Unfälle gibt es bei der ersten und letzten Abfahrt des Tages. Mangelndes Aufwärmen morgens, aber langsame Reaktion und Müdigkeit nachmittags treffen zusammen. Trifft dieses auf den rücksichtslosen Fahrstil von Pistenrowdys, kann es zu schweren Verletzungen kommen.Die FIS Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboader beachten, nur körperlich fit auf die Bretter - und dem Pistenspaß sind keine Grenzen gesetzt!
Sport und Schwangerschaft
Auf der ganzen Welt sind es mittlerweile Millionen Frauen,die regelmäßig joggen oder walken. Kein Wunder, dass sie dies auch während der Schwangerschaft weiter ausüben möchten.Ist Sport empfehlenswert?Eine sportliche Betätigung während der Schwangerschaft hat viele positive Aspekte. Die körperliche Fitness nimmt zu. Die Herz-Kreislauf-Reserven werden vergrößert. Schwangerschafts-typische Rückenbeschwerden lassen sich vermeiden. Auch wird eine zu starke Gewichtszunahme verhindert. Das Risiko einen neuen Diabetes Mellitus zu bekommen ist kleiner.Durch die "sportliche" Einstellung fällt es leichter, auf Nikotin, Alkohol und Koffein zu verzichten.Häufig wird auch die Geburt leichter empfunden und die Erholungsphase nach der Geburt ist verkürzt.Aber - nicht jeder Schwangeren kann zum Sport geraten werden! Sind bereits Vorerkrankungen der Mutter bekannt, muss manchmal sogar von jeglicher Anstrengung abgeraten werden. Vor allen sportlichen Aktivitäten sollte der begleitende Frauenarzt um Rat gefragt werden und grünes Licht geben.Welche Sportarten sind zu empfehlen? Walken, Laufen, Radfahren und Gymnastik sind ideal. Wichtig ist es, im aeroben Bereich zu bleiben. Das bedeutet, die werdende Mutter sollte sich beim Laufen oder Radeln noch bequem unterhalten können. Unbedingt empfehlenswert ist ein zuverlässiger Herzfrequenzmesser, der jede Überanstrengung sofort anzeigt. Die Intensität von 60-90% der maximalen Herzfrequenz sollte auch bei gutem Wohlbefinden nicht überschritten werden. In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig auf die Signale des Körpers zu hören. Manche Frauen machen Sport bis wenige Tage vor der Geburt. Andere, auch Geübte, geben das Laufen schon in den ersten Wochen auf. Welche Sportarten sind nicht zu empfehlen? Abzuraten ist von jeder Art des Mannschafts-, Kampf-, Hochleistungs- und Wettkampfsportes. Auch Sportarten mit erhöhter Sturzgefahr sollten pausiert werden wie Inlinern, Reiten, Schlittschuhlaufen, Surfen, Geräteturnen, Bungee-Jumping und Boxen. Sport in großer Höhe (über 2500 m) kann für das Ungeborene zum Mangel an Sauerstoff führen.Wann muss der Sport pausiert werden ? Unwohlsein, Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot, Thoraxschmerz, Muskelschwäche oder Schmerzen der Extremitäten erfordern eine ärztlich Kontrolle.Alarmierende Hinweiszeichen wie Blutungen, vorzeitige Wehen, Blasensprung oder verminderte Kindsbewegung bedeuten eine sofortige ärztlichen Vorstellung.Die Sorge vieler Hochleistungssportlerinnen, ihre Fitness würde durch die Schwangerschaft ohne intensives Training deutlich abfallen, ist unbegründet. Durch ein Basistraining kann die Fitness gehalten werden. Nach der Geburt ist der alte Leistungstand schnell wieder erreicht. Sport oder nicht – jede schwangere Frau sollte sich wohlfühlen bei dem, was sie tut.
Strategien zum Entspannen
An den Feiertagen wollen viele "so richtig Relaxen". Entspannen heißt aber nicht, mit der Fernbedienung auf dem Sofa zu sitzen. Reines Ausruhen macht schlapp. Eine vernünftige Mischung aus Bewegung und aktiver Erholung ist das Richtige. Die Erholungsphase nach dem Sport und im Beruf ist für die Leistung und das Wohlbefinden entscheidend. Wer sich verausgabt , muss dem Körper auch Pausen gönnen. Regeneration heißt das Zauberwort. Hält man diese Ruhepausen nicht ein, kommt es vorzeitig zur Erschöpfung. Die Leistung wird schlechter. Es stellen sich Müdigkeit und Reizbarkeit ein. Infekte treten häufiger auf. Stress kann sich negativ auswirken. Der Körper empfindet den gewohnten Sport oder die normale Arbeit als zu große Belastung. Er ist überfordert. Er möchte einfach mal "Nichtstun". Relaxen ist gut für Körper und Seele. Während dieser Auszeiten werden die persönlichen Akkus wieder aufgefüllt und die Leistungsfähigkeit steigt wieder an.Einfach in den Tag hineinträumen. Fernseher, Computer und Telefon abstellen und sich fallen lassen in leichte Musik, schöne Bilder oder angenehme Erinnerungen. Auch ein ausgedehnter Spaziergang draußen in der Natur bewirkt Wunder.Wellness heißt aber auch aktive Entspannung. Sauna, Massage und Gymnastik sind echte Relaxkünstler. Die Sauna hat neben der wohligen Entspannung gleichzeitig eine kreislaufanregende Wirkung. Das Gefäßtraining fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem. Auch Baden, aber insbesondere Schwimmen entspannt Köper und Seele. Das gibt einen neuen Energieschub. Massagen lockern die Muskulatur passiv und lösen Verhärtungen. Anders ist es bei der Gymnastik. Hier wird die Muskulatur aktiv bewegt. Nicht Ausdauer und Kondition stehen im Vordergrund. Der Phase der Anspannung folgen wohltuende Lockerungs- und Atemübungen. Meditative Musik unterstützt die Wiederherstellung der inneren Balance. Neben dem physischen wird auch das psychische Wohlbefinden stabilisiert. Aromatische Düfte und entspannende Farben helfen die Energie rasch wieder aufzubauen.Wer sich fit genug fühlt kann den gewohnten Sport ausüben. Walken, Laufen, Radfahren machen Kopf und Seele frei. Eine ruhigere Trainingseinheit entspannt- also statt des eigentlich geplanten schnellen Tempolaufes ein langsames aerobes Ausdauertraining durchführen.An den freien Weihnachtstagen gilt es Ruhepausen fest mit einzuplanen. Zur richtigen Erholung gehört auch ausreichend Schlaf. Schlaf ist wie eine Fitnesskur für das angespannte Immunsystem. Das Essen soll vitaminreich und nicht zu fettig und zu süß sein. Auch die Seele soll "lachen". Zwischendurch den Sport, der Spaß macht und der optimale Welness-Effekt der Festtage ist riesig hoch!
Doktors Kolumne 23.10.2004 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Ist Herzstolpern beim Sport gefährlich?
Herzrhythmusstörung - was ist das?Ein Stolpern in der Brust fühlt man. Es kann aber auch das unangenehme Herzrasen sein, das einem fast die Luft wegnimmt. Beim gewohnten Training mit der Pulsuhr zeigt diese Unregelmäßigkeiten an. Der bekannte Trainingspuls ist viel schneller oder langsamer als normal. Viele „Extraschläge“ werden aber gar nicht bemerkt, sondern fallen durch Zufall bei der EKG-Ableitung auf.Sind diese Arrhythmien gefährlich?Fangen wir zunächst mit der harmlosen Variante an. Der Puls ist sehr niedrig und hat bei der Messung etwa 50 Schläge pro Minute. Findet sich dies bei einem aktiven Ausdauersportler ist es völlig normal. Profi-Radfahrer haben oft einen Ruhe-Puls unter 40 Schlägen/Minute. Tritt bei einem niedrigen Puls aber Schwindel und Luftnot oder ein Leistungsknick auf, so sind das ernst zu nehmende Warnsignale. Eine weitere Abklärung sollte auch im Rahmen akuter Infekte erfolgen.Treten Extraschläge auf - das Herz ist aus dem Takt- werden diese weiter differenziert. Hierzu wird zunächst ein 12-Kanal-EKG geschrieben. Dann folgt ein Belastungs-EKG mit maximaler Ausbelastung, eine Herz- Ultraschalluntersuchung sowie ein 24-h-Langzeit-EKG. Während der Aufzeichnung sollte das typische sportliche Training durchgeführt werden, um die Rhythmusstörungen zu dokumentieren. Es kann durch diese Untersuchungen festgestellt werden, ob eine organische Herzerkrankung die Ursache ist.Bis zur endgültigen Abklärung sollten intensive körperliche Belastungen und Wettkämpfe vermieden werden.Die Frage der Leistungsfähigkeit kann auf der Basis der erhobenen Befunde abschließend individuell beantwortet werden.In den meisten Fällen handelt es sich „gutartige“ Rhythmusstörungen. Diese sind sehr häufig in der Bevölkerung. Sport - auch unter Hochleistungsbedingungen- ist ohne Risiko möglich. In anderen Fällen muss zunächst eine Herzerkrankung behandelt werden. Manchmal ist nur ein submaximaler „Gesundheitssport“ ohne starke Beanspruchung erlaubt.Auch kann es sein, dass die Rhythmusstörungen erst medikamentös eingestellt werden müssen, bevor das Sporttreiben wieder gewohnt möglich ist.Schwere Herzrhythmusstörungen können zum plötzlichen Herztod führen. Seine Häufigkeit nimmt mit dem Lebensalter des Sportlers zu. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder Entzündungen Herzmuskels sind meist die Ursache. Beim Alter von über 35 Jahren sind Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll. Auch jüngere Sportanfänger oder Wiedereinsteiger sollten sich vor Trainingsbeginn zunächst einem ärztlichen Check up unterziehen.
Doktors Kolumne 02.10.2004 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Gegen die Fairness
Bei den olympischen Spielen in Athen gab es so viele Doping-Fälle wie noch nie zuvor: vierundzwanzig.Es geht weiter – ein Radsport-Olympiasieger fiel positiv auf. Athleten setzen verbotene leistungsfördernde Mittel ein und machen sich des Dopings schuldig. Doping ist unfair, gegen den Grundsatz der Chancengleichheit und gesundheitsschädigend. Auch der Besitz und Abgabe von Dopingsubstanzen sind verboten.Was gehört zu den Dopingmittel?Das englische Wort „doping“ bedeutet sowohl aufputschend als auch beruhigend. Eine Gruppe der verbotenen Wirkstoffe sind Stimulantien, also Aufputschmittel.Eine weitere Gruppe verbotener Substanzen sind Schmerzmittel. Die dritte Gruppe stellen Anabolika, also Hormone dar. Sie besitzen eine muskelaufbauende Wirkung und sind die am häufigsten benutzten Substanzen.Was ist Blutdoping?Der Athlet lässt sich bis zu einem Liter Blut abnehmen. Der Körper produziert zum Ausgleich neues Blut. Nach einigen Wochen wird das anfangs entnommene Blut zurück-infundiert. Durch die erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport deutlich verbessert. Eine Ausdauerleistung wie Laufen oder Radfahren kann in kürzerer Zeit absolviert werden.Welcher Sportler wird getestet?Das Doping Kotrollsystem sieht vor, dass nach dem Zufallsprinzip Athleten ausgewählt werden. Ohne Vorankündigungen finden Test statt.Dies kann bei Wettkämpfen , aber auch im Trainingslager im Ausland sein. Eine Dopingkontrolle darf nicht manipuliert oder verweigert werden. Eine Weigerung des Athleten gilt als positiver Befund.Bei den Olympischen Spielen werden üblicherweise die ersten vier Konkurrenten und zwei weitere, zufällig ausgewählte, Athleten getestet.Was wird getestet ? Unter Aufsicht muss der Sportler eine Urinprobe abgeben, die in A- und B-Probe aufgeteilt wird und ins Labor geht. Auch Bluttests werden durchgeführt.Können Medikamente zu positiven Doping Ergebnissen führen?Die NADA (Nationale Anti Doping Agentur) gibt aktuelle Listen mit der Auswahl erlaubter Medikamente heraus. Im Regelfall sollte der Mannschaftsarzt die gesundheitliche Betreuung der Athleten übernehmen.Warum finden sich positive Tests? Sportler hoffen mit Dopingmittel ihre Leistung zu verbessern. Oft fehlt die letzte Leistungssteigerung zur Spitze, aber auch im Freizeit- und Breitensport werden unerlaubte, gefährliche Substanzen eingesetzt.Ein durch Doping erreichter Sieg ist niemals ein echter Sieg. Nicht nur die Aberkennung von Medaillen und Prämien ist die Folge. Der erfolgte Imageverlust für den Sportler, seine Mannschaft und den gesamten Sport ist nicht wieder gut zu machen.
Mit der richtigen Ernährung ins Ziel
Für die Spitzensportler ist das keine Frage. Die internationalen Teams, die bei den olympischen Spielen in Athen auf Medaillenjagd gehen, haben in ihrem Betreuerteam einen Ernährungsberater. Fitness und Ernährung gehören zusammen wie Feuer und Flamme. Nur wer täglich genügend Nährstoffe isst und trinkt, kann fit sein und fit bleiben.Dem Körper wird bei den Wettkämpfen maximale Leistung abverlangt. Nur eine gesunde und optimal ausgewogene Ernährung kann die nötige Energie liefern. Neben den Lieferanten Fett und Kohlehydrate sind auch Mikronährstoffe unverzichtbar. Leistungssportler schaffen es in der Regel nicht, ihren Bedarf an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen über die Ernährung zu decken. Auch ohne Unfälle treten beim intensiven Leistungssport Zellverletzungen auf, sogenannte „Mikrotraumen“ , die repariert werden müssen. Wichtig ist es, dass sich der Körper nach der Belastung möglichst schnell wieder erholt.Wie sieht es beim aktiven und ambitionierten Freizeitsportler aus?Nötig ist auch hier eine rasche Energieaufladung der Speicher, die durch die Aktivität beim Sport verbraucht wurden. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten täglich mindestens 300 g- 400 g frisches Gemüse/ Salat und 300 g- 400 g Obst auf dem Speiseplan stehen.Was wird sonst noch benötigt?Es kommt nicht nur auf die Menge der Nahrung, sondern auf die richtige Zusammensetzung der darin enthaltenen Nährstoffe an. Richtig ist eine vollwertige Mischkost. Mehr als 50 Prozent Energie soll aus Kohlehydraten sein. Nicht mehr als 30 Prozent Fettanteil soll enthalten sein. Die ideale Fitnessnahrung ist vitaminreich und naturbelassen. Die Aufteilung der Tagesenergie in fünf bis sieben kleinere Mahlzeiten ist vorteilhaft. Bei längeren Trainingseinheiten hilft Banane oder ein Energieriegel als Snack für zwischendurch. Zudem ist es wichtig den Flüssigkeitshaushalt immer konstant zu halten.Manchmal- bei extremen Wettkampfbelastungen, im Hochleistungstraining oder bei Stresssituationen - ist es auch dem Amateursportler zu empfehlen die Ernährung durch sogenannte Nahrungsergänzungsmitteln zu komplettieren. Diese Kombination aus Mikronährstoffen gleicht Defizite aus. Unzureichende Energieversorgung führt nämlich zu Müdigkeit, Muskelverspannungen, Verdauungsstörungen und erhöhter Infektanfälligkeit. Wer sich richtig ernährt, stellt schnell fest wie wichtig eine richtige Verpflegung für Leistung, Widerstandsfähigkeit und schnelle Regeneration ist.Und bei den spannenden Olympia-Stunden vor dem Fernseher besser Gemüsedips als Partychips!
Viel trinken bei Hitze
Auch in den Ferien möchten wir auf den regelmäßigen Sport nicht verzichten. Wie ist es aber in den warmen Urlaubsländern mit der Flüssigkeitsaufnahme?Ein „Normalo“- Mann (70 kg) benötigt pro Tag etwa 2 Liter Flüssigkeit. Beim Sport oder bei körperlicher Arbeit wird durch das Schwitzen entsprechend mehr verbraucht. Noch mehr trinken muss man bei Hitze!Es kommt aber nicht nur auf die Menge der Flüssigkeit, sondern auch auf die darin enthaltenen Nährstoffe an. Sportler wissen, dass sie bei Wärme vermehrt Mineralien wie Magnesium, Kalium, Zink und Kochsalz verlieren. Mineralwasser enthält diese wichtigen Salze. Gut sind auch Schorlen, ein Mischgetränk aus kaliumreichem Fruchtsaft und magnesiumhaltigem Mineralwasser im Verhältnis 2:1.Wie sieht es aus mit dem Schluck aus dem „Kran“?Leitungswasser ist bei unser guten Wasserqualität ohne gesundheitliches Risiko. Ganz anders ist es in vielen Urlaubsländern. Hier besteht die große Gefahr aufgrund von Wasserverunreinigungen schwere Magen-Darm-Infekte und Durchfallerkrankungen zu bekommen. Vorsicht geboten ist bereits bei kleinen Mengen Wasser. Kein Leitungswasser zum Zähneputzen nehmen!Das Wasser sollte vorher abgekocht oder auf abgepacktes Wasser ausgewichen werden. Saftautomaten und Eiscremes sind tabu für die wertvollen Urlaubstage. Salate ersetzt man durch gekochtes Gemüse. Obst - ein wertvoller Vitamin- und Energielieferant- sollte vor dem Essen unbedingt selbst mit „sauberem“ Wasser gewaschen werden.Wertvolle Durstlöscher sind auch frisch gepresste Säfte , Multivitaminsäfte oder leicht gesüsste Teegetränke mit Zitronensaft. Alternativ füllen fettarme Gemüsebrühen die Flüssigkeitsspeicher gut auf.Wozu führt Wassermangel?Zunächst ist es Müdigkeit, Konzentrationsstörung und Gleichgewichtsstörung bis hin zur Ohnmacht. Warnzeichen der Überhitzung sind ein rascher Puls und kalter Schweiß. Dann heißt es rasch einen kühlen Ort aufsuchen, enge Kleidung öffnen und in Ruhe kühle Getränke zuführen.Und noch einige Tipps für die Fitness im warmen Urlaub: Sportliches Training morgens früh beginnen oder die kühleren Abendstunden bevorzugen. Die Mittagszeit aussparen und statt dessen Siesta zur Entspannung genießen. Wenn irgendwie möglich ein Trainingsterrain mit Schatten auswählen. Wichtig ist eine luftige Funktionskleidung und ein Sonnenschutz für Kopf und Haut. Wer bei Hitze trainieren muss, sollte vorher viel trinken, sich gut aufwärmen und die Trainingsintensität auf eine submaximale Leistung reduzieren. Und unterwegs trinken, trinken, trinken.
Viele Regeln für das Tauchen
Tauchen ist ein faszinierendes Erlebnis. Schwerelos gleitet der Taucher durch das Wasser und entdeckt die Unterwasserwelt. Um in diesen besonderen Genuss zu kommen, sollten aber einige wichtige Vorraussetzungen erfüllt sein.Jeder Taucher sollte sich vor Beginn seiner Ausbildung und danach jährlich durch einen sachkundigen taucherfahrenen Arzt untersuchen lassen. Diese Tauchtauglichkeitprüfung sollte nicht als lästiges Übel angesehen werden, sondern dient in erster Linie der persönlichen Sicherheit und Gesundheit ! Die Ergebnisse sind im Tauchpass dokumentiert. Bei einem Tauchunfall wird dieser von den Behörden und der Versicherung eingesehen .Es gibt weltweit kaum eine seriöse Basis, die ihre Taucher ohne ärztliches Attest und "Check-Dive" ins Wasser lässt.Was wird nun geprüft ? Ein intaktes Herz-Kreislaufsystem ist die erste Bedingung. Kälte im Wasser führt zur Änderung von Blutdruck und der Durchblutung der Herzkranzgefäße. Unter Wasser können aufgrund von Strömungen erhebliche Kraftanstrengungen nötig werden. Auch kann es notwendig werden, unerwartet Hilfe zur Unterwasserrettung leisten zu müssen. Nach dem Auftauchen sind manchmal größere Schwimm- oder Gehstrecken mit leerem Gerät und der sperrigen Ausrüstung zurückzulegen. Zweites Muss für den Gerätetaucher sind gesunde Atemorgane. Ein Barotrauma der Lungen kann zu tödlichen Komplikationen führen.Nur ein gesundes Mittelohr ermöglicht beim Tauchen den erforderlichen Druckausgleich. Akute Krankheiten der oberen Luftwege sollten vor dem Tauchgang völlig ausgeheilt sein! Die Orientierung unter Wasser erfolgt durch die Augen. Zum Ablesen der Instrumente muss man gut dunkel- und nahsehen.Psychisch ist eine ausgewogene Konstitution wichtig! Gefährlichen Situationen erfordern eine umsichtige und rasche Reaktion. Nervöse und ängstliche Menschen neigen unter Wasser zu panischen Fehlreaktionen, die fatale Folgen haben können. Der Großteil aller Todesfälle beim Tauchen ist durch Fehlverhalten oder Selbstüberschätzung verursacht.Tauche nie allein! Wer mit Atemgeräten tauchen möchte, benötigt unbedingt eine fundierte Ausbildung. Für alle am Tauchsport Interessierten, aber auch für den ausgebildeten Taucher ist es sinnvoll, sich am Urlaubsort einer Tauchbasis anzuschließen .Tauche nur, wenn du dich körperlich fit fühlst!Man muss auch den Mut haben einen Tauchgang vorzeitig abzubrechen und in Ruhe zu beenden, wenn zwischendurch ein ungutes Gefühl aufkommt.Tauche nie alkoholisiert! Sicherheit unter Wasser, Tauchen ohne Risiko - das ist keine Zauberei. Sich an die Regeln halten und auf waghalsige Unternehmen verzichten, so kann man sich an diesem großen Abenteuer erfreuen, ohne dabei Schaden zu nehmen.
Am besten mit der Pulsuhr
Seitdem ich langsam trainiere laufe ich schneller", verkündete Dieter Baumann nach seinem Olympiasieg.Warum ist die richtige Trainingsintensität wichtig?Für die Muskelarbeit braucht der Muskel Energie, die in den Muskelzellen erzeugt wird. Hierzu wird Sauerstoff benötigt (aerobe Energiegewinnung). Als Abfallstoffe fallen Kohlendioxyd (CO2) - das abgeatmet wird - und Wasser in Form von Schweiß an. Bei zu extremer Belastung reicht die Versorgung mit Sauerstoff nicht aus. In diesem Fall ( anaerobe Energiegewinnung) entsteht als Abfallprodukt Milchsäure (=Lactat). Im Blut steigt der Milchsäurespiegel stark an. Die Muskelzellen werden buchstäblich "sauer" und ermüden schnell.Woher weiß ich, ob mein Training im aeroben oder anaeroben Bereich liegt ?Bei der Lactatmessung wird die Milchsäure im Blut bestimmt. Die Blutentnahme erfolgt kontinuierlich bis zur maximalen Ausbelastung. Anhand der gleichzeitig gemessenen Pulsfrequenzen kann der individuell optimale Trainingspuls ermittelt werden. Die IAS (= individuelle anaerobe Schwelle) zeigt die Pulsfrequenz , bei der die Sauerstoffaufnahme nicht mehr ausreicht ( Lactat über 4 mmol/l im Blut) und man übersäuert. Die Spiroergometrie ist eine noch genauere Untersuchung, die im Hochleistungssport und bei medizinischen Frage-stellungen angewandt wird.Wer macht diese Leistungsdiagnostik?Die reine Lactatmessung kann der Trainer durchführen.Beim Sportmediziner gibt es zusätzlich den "Gesundheits- Check", der ab 35 obligat ist.Wo wird der Lactat-Test durchgeführt?Der Lactat-Test sollte in der für den Sportler spezifischen Trainingsart oder zumindest sportartnah durchzuführen. Das ist meist das Fahrradergometer oder Laufband. Es ist auch möglich das handliche, gut transportable Messgerät zum Trainingsort mit zu nehmen.Wer braucht eine Leistungsdiagnostik?Jeder Ausdauersportler, der ein optimales und pulsfrequenz-gesteuertes Training anstrebt!Brustgurt und Pulsuhr am Handgelenk gehören in den USA zum Fitness -Standart- Equipment.Warum sollte man mit der Pulsuhr trainieren ?Der Schlüssel zum Trainings-erfolg ist der richtige Puls! Optimal zu trainieren ist nicht nur gesünder, es macht auch mehr Spaß. Locker und relaxed bleiben und dabei noch die Leistung verbessern! Rote Köpfe, Schnaufen und Keuchen wird es mit der Pulsuhr beim Laufen und Walken, Radfahren und Inlinern nicht mehr geben.Pulsuhren sind auch hilfreiche Abnehm-Experten. Der optimale Fettverbrennungspuls liegt im Bereich des ersten Lactatanstiegs.
Fett weg durch Fitness?
Was ist Übergewicht? Es gibt verschiedene Formeln das richtige Gewicht zu ermitteln. Lange als maßgebliche Standartmethode galt die auf den französischen Chirurgen Pierre Paul Broca (1824-1880) zurückgehende Formel. Die Broca-Formel funktioniert so: Normalgewicht (Größe in Zentimeter minus 100) undIdealgewicht ( Normalgewicht minus zehn Prozent).Einen neuere Berechnungsart ist der Bodymass-Index (BMI). Er zeigt an, ob das Gewicht zur Größe passt. Er wird ermittelt :Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Meter. (Glücklicherweise gibt es Fertigtabellen und Schablonen, um diese abzulesen.) Der BMI-Sollwert hat idealerweise unter 25 kg/qm zu liegen . Alles was über 25 ist nennt sich dann übergewichtig, über 30 heißt es Adipositas oder Fettsucht. Von Untergewichtigkeit spricht man bei einem BMI unter 19.Eine Körperfettmessung zeigt den wahren Fitnesszustand. Schlanksein muss nicht Fittsein bedeuten! Der Körperfettanteil ist das Verhältnis von passivem Fettgewebe zu aktivem Muskel- und Organgewebe. Eine Messung kann mit modernen Waagen (Bioimpedanz) oder mit Fettzangen (Caliper) erfolgen. Körperfett über 25 Prozent bei Männern und über 30 Prozent bei Frauen sind gesundheitlich bedenklich.Mehr aktives Muskelgewebe bedeutet einen höheren Grundstoffwechsel. So erklärt sich auch, dass Männer in der Regel mehr Kalorien umsetzen - auch nachts im Schlaf.Kann man das Körpergewicht durch Bewegung reduzieren?Gewichtsabnahme entsteht, wenn weniger Kalorien zugeführt, als benötigt werden. Fettdepots werden angegriffen und abgebaut.Welchen Energieumsatz kann der Sport leisten?Dreißig Minuten Radfahren verbraucht etwa 240 "Sportkalorien". Eine halbe Stunde Laufen verbraucht je nach Tempo etwa 300 - 400 Kilokalorien. Beim Brustschwimmen sind es etwa 300 kcal in der gleichen Zeit und beim Walking 200 kcal. Wichtig ist es im aeroben Bereich zu trainieren, also "Laufen ohne zu schnaufen".Übergewicht ist aber nicht nur eine Frage der Mode und Schönheit, sondern ein bedeutsamer kardiovaskulärer Risikofaktor. Es birgt die Gefahr von Erkrankungen wie Herzinfarkt, Zuckerkrankheit und Bluthochdruck. Auch schmerzhafter Gelenkverschleiß tritt häufig auf.Essen und Trimmen, beides muss stimmen! Nicht zu viel, nicht zu fett, nicht zu süß!Auch gilt es, nicht zu hohe Ziele zu setzen. Für ein Stück Sahnetorte (520kcal) muss man eine Weile schwitzen. Regelmäßige Bewegung hilft bei gut ausgewogener Ernährung das ideale Gewicht zu erreichen und zu halten.
Doktors Kolumne vom 22.11.2003 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Sport- auch bei Kälte?
Sport hält jung und fit. Optimal ist es, wenn ganze Jahr über ein regelmäßiges Audauertraining durchgeführt wird.Doch falls ein out-door- Sport bisher abends oder früh morgens ausgeübt wurde,müssen mit der dunklen Jahreszeit oft neue Trainingszeiten gefunden werden. Trainiert man im Dunkeln besteht ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko.Hier ist auf gut sichtbare und möglichst reflektierende Bekleidung zu achten und möglichst im Team zu trainieren.Kälte in unseren Breitegraden ist kein Hinderungsgrund den Sport zu verschieben.Entsprechende Kleidung sollte auch vor Feuchtigkeit und Wind schützen. Sie darf allerdings nur so warm sein, dass man vor dem Training noch das Gefühl hat leicht zu frieren. Aufwärm- und Dehnübungen sollten noch intensiver als sonst vor dem Sport durchgeführt werden.Vorsicht geboten ist bei vorbekannten Lungen - und Herzerkrankungen. Durch die kalte Luft ziehen sich die kleinen Bronchialäste zusammen und haben ein Bronchialasthma zur Folge. Auch eine koronare Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße kann symptomatisch werden und sich erstmals durch Brustenge oder Luftnot bei Kälte äußern. Bei diesen Anzeichen heißt es erst zum Arzt und dann zum Joggen! Doch Winterzeit ist auch "Grippezeit" und früher oder später wird ein Infekt vom Nachbarn weitergereicht. Bei banalem Schnupfen mit gutem körperlichem Wohlbefinden kann submaximal weitertrainiert werden.Bei Leistungsschwäche, Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen heißt es sofort Sportpause. Körperliche Belastungen trotz Fiebers kann zur Mitbeteiligung (eines zunächst harmlosen Infektes) am Herzen führen und eine Herzmuskelentzündung zur Folge haben . Warnhinweise in Form von Herzstolpern oder Schmerzen sollten unbedingt ernst genommen werden und den Sportler veranlasssen seinen Arzt sofort aufzusuchen.Eine nicht ausgeheilte oder zu spät erkannte Myocarditis kann zu schweren bleibenden Schäden am Herzen führen.Sollten Unsicherheiten wegen vorzeitiger Belastung bestehen, helfen die Echokardiographie und das Langzeit-EKG in der Diagnostik weiter.Nach der Trainingspause kann allmählich mit dem gewohnten Programm begonnen werden.Sport im Herbst und Winter ist besonders wichtig. Sportler mit Trainingsprogrammen in der freien Natur stärken die körpereigenen Abwehrkräfte. Wie gut es uns tut - hinaus aus den geschlossenen Räumen mit trockener Heizungsluft - wieder so richtig tief durchatmen zu können!
Doktors Kolumne vom 04.10.2003 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Schützt Fitness vor Herzinfarkt?
Sport hält jung und fit.Eine Langzeitstudie des Cooper Institute for Aerobic Research mit fast 10.000 Männern hat ergeben, dass körperliches Training die Lebenserwartung deutlich steigert. Verglichen mit Untrainierten verringerte sich das Risiko eines frühzeitigen Todes um etwa 2/3.Auch andere große Studien haben gezeigt, dass das Auftreten von schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch regelmäßiges körperliches Training um 30% reduziert werden kann.Was heißt regelmäßiges Training?Bei einem Mindestmaß an körperlicher Belastung in der Woche kann ein solcher Effekt erzielt werden. Wöchentlich müssen 1500-2000 Kalorien zusätzlich durch Sportaktivität verbraucht werden. Ein tägliches Pensum von einer Stunde langsamen Radfahrens oder einer knappen Stunde flotten Gehens (6 km/h) oder aber 30 Minuten Schwimmen erzielen diesen Effekt.Und wenn es nicht möglich ist jeden Tag Sport zu betreiben?Ein intensiveres Training an mindestens drei Tagen in der Woche zeigte einen damit vergleichbaren Erfolg. Knapp 2 Stunden schnelles Laufen ( 15 km / h), mindestens vier Stunden Tennis spielen, vier Stunden Tanzen oder fünfeinhalb Stunden Golfspielen verteilt auf die Woche wirken sich positiv auf unsere Lebenserwartung aus. Alle diese Sportarten mit Ausdauercharakter haben einen schützenden Langzeiteffekt, wenn sie regelmäßig ausgeübt werden.Man muss also kein Profi- oder Leistungssportler sein, um eine verbesserte Gesundheit zu erfahren. Schon ein täglicher Hunde-Spaziergang mit flotten Schritt von 30 Minuten führt zu einem gesünderem Lebensstil.Es gibt auch eine Reihe kleiner Änderungen im "Life Style" , um unser wöchentliches Bewegungskonto zu füllen! Treppensteigen statt Aufzug, kurze Strecken zu Fuß statt mit dem Auto, eine Haltestelle früher aussteigen oder aber mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren ergänzen optimal als kleine Bewegungseinheiten das Training. Auch bei der üblen Hausarbeit eine flottere Gangart einzulegen oder Gartenarbeit als Fitness anzusehen, ist erlaubt wenn die Zeit für die abendliche Joggingrunde nicht reicht.Körperliche Bewegung wirkt lebensverlängernd! Regelmäßige Bewegung auch mit leichter oder mittlerer Intensität führt zu einem gesünderen Lebensstil und reduziert dadurch das Risiko an vielen Krankheiten zu sterben. Dieser aktivere Lebensstil optimiert gleichzeitig unsere Stimmungslage. Bewegung ist gesund und macht dazu auch noch Spaß!
Sport macht Kinder fit
Bewegung fördert die gesunde körperliche Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen.Neben einer verbesserten Herz-Kreislauf-Funktion kommt es zu einer altersgerechten Muskulaturentwicklung sowie einer richtigen Körperhaltung.Bewegung fördert die geistige Entwicklung. Kinder können sich besser konzentrieren und verstehen auch komplizierte Bewegungsabläufe schneller. Doch nicht nur das. Sport fördert die soziale Entwicklung. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in die eigenen Kräfte wachsen. Man erkennt wo die eigenen Grenzen liegen. Man lernt Teamgeist und Rücksichtnahme. Regeln und Absprachen in der Gruppe oder Mannschaft müssen eingehalten werden, damit man dazu gehört. Siege und Niederlagen gilt es zu meistern. Bei allem Glück und allen Enttäuschungen gibt es eine Menge Anerkennung von gleichaltrigen Kollegen und Erwachsenen. Sich körperlich verausgaben heißt auch mal so richtig den "Frust rauslassen".Und dann geht es auch den Kids nach dem Sport so richtig gut. Und was ist zu tun um Spaß beim Sport zu haben?In den Ferien ist endlich mal Zeit da mit den Kids zusammen etwas zu unternehmen. Ein Besuch im Schwimmbad, eine Fahrradtour, eine Wanderung mit lockendem Ziel oder Picknick. Eine Tischtennispartie im Ferienclub und dort beim Gäste-Volleyballturnier oder Fußballmatch gemeinsam im Team spielen. Hier kommt Begeisterung auf und manch Elternteil ist mit den Kids beim Sport statt am Pool zu dösen.Und für die Kleineren ist ein Riesentrampolin oder der Abenteuerspielplatz ein großes Vergnügen. Vor allem, wenn Mama sich oben vom Kletterturm nicht mehr allein runtertraut...Es gibt auch zuhause prima Ferienangebote von den Sportvereinen. Häufig dauern diese "Feriencamps" eine ganze Woche und machen auch Neulingen das Schnuppern in einer neuen Sportart möglich.Vielleicht haben wir in den Ferien auch etwas mehr Zeit und können- statt überall mit dem Auto hinzukutschieren- ein paar Besorgungen einfach mal zu Fuß machen.Und nach den Ferien? Der Schulsport reicht meist nicht aus. Neben der knappen Schulstundenzeit besteht in den großen Klassen meist ein sehr unterschiedliches Interessen- und Leistungsniveau.Kids sollen die Aktivitäten wählen, die ihnen Spaß macht !Turn- und Sportvereine bieten ein reichhaltiges Angebot und die Eltern wissen um eine gute Betreuung ihrer Kinder außerhalb von Computer und Fernsehen. Die Kinder können sich bald besser konzentrieren, sind ausgeglichener und guter Laune. Zum Schuljahresbeginn kommen dann vielleicht sogar bessere Leistungen nach Hause. Und all denen, die da sagen, dass unsere Kinder immer dicker und unfitter werden, können wir getrost abwinken.
Herztod auf dem Sportplatz
Sport hält jung und fit. Sportler sind der gesündeste Teil unserer Gesellschaft. Wie kann es sein, dass ein Spitzenathlet plötzlich bewusstlos zusammenbricht und jede Hilfe vergebens ist?Der plötzliche Herztod von Sportlern ist rein statistisch ein seltenes Ereignis. Viele der ganz verschiedenen zugrunde liegenden Herzerkrankungen können frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden.Bei jungen Sportlern unter 35 Jahren gilt es angeborene Herzfehlern auszuschließen . Auch krankhafte Muskelverdickungen des Herzens lassen sich mit EKG und Ultraschalluntersuchung durch den Fachmann einfach erkennen und vom gesunden "Sportlerherzen" abgrenzen. Gefäßmißbildungen und damit verbundene Herzstolpereien können entdeckt werden.80-90% aller Todesfälle im Sport hängen mit einer nicht erkannten Entzündung des Herzmuskels zusammen. Ein nur ach so kleiner Virusinfekt ( auch eine Magendarm-Grippe, die man kaum wahrgenommen hat) kann bei Nichterkennen und Weitertrainieren fatale Folgen haben. Warnsignale sind Herzstolpern, Luftnot und vor allem ein Leistungsknick. Hier sollte der Weg direkt zum Arzt statt auf die Trainingsbahn führen.Bei Sportlern über 35 Jahren und Seniorensportlern ist die häufigste Ursache eine Durchblutungsstörung am Herzen durch Einengung der Herzkranzgefäße. Hier sind besonders ehemalige Raucher gefährdet.Körperliche Belastung durch Sport kann bei allen diesen Herzerkrankungen eine akute Verschlechterung herbeiführen. Die Mehrzahl der gefährlichen Zwischenfälle bei Athleten ereignete sich während des Trainings, unmittelbar danach oder bei der Sportveranstaltung.Eine sehr gefährdete Gruppen sind auch die sogenannten "Möchte-Gern Helden" - also Schwachköpfe, die trotz nachgewiesener körperlichen Defizite an den Start gehen. Kjetil Moe starb 1999 auf der Rückreise vom New York City Marathon . Ärzte hatten den Diabetiker , dem eine Spenderlunge eingesetzt worden war, eindringlich vor zu großen körperlichen Strapazen gewarnt.Was also tun? Jeder - auch der junge - Sportler gehört einmal zum Arzt. Eine Vorsorgeuntersuchung sollte verpflichtend sein für alle leistungsorientierten Athleten. Wichtig ist es, die Sportler zu identifizieren, die ein besonders hohes Risiko aufweisen und die Leistungsgrenzen zu erkennen.Unerlässlich im Sport ist die gute Kenntnis in Erste-Hilfe! Durch rasche lebensrettende Sofortmaßnahmen kann das verbleibende gesundheitliche Restrisiko so klein wie möglich gehalten werden.
Doktors Kolumne vom 10.05.2003 / von DR. SUSANNE RAHMEL
Vorm Start zum Fitness-Check
Sport hält jung und fit. Aber muß ich jung und fit sein, um Sport treiben zu können?Sport treiben kann jeder!Was individuell das Richtige und vor allem Gesündeste ist, sollte man zuvor mit einem sportmedizinisch und kardiologisch erfahrenen Arzt absprechen. Insbesondere, wenn man älter als 35 Jahre oder sportlicher Anfänger ist. Auch, wenn man sich körperlich nicht gesund fühlt oder Vorerkrankungen bekannt sind, sollte man sich zunächst "durchchecken" lassen. Liegen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen oder erhöhte Blutfette vor und kommen gehäuft Herzerkrankungen in der Familie vor, heißt es: Erst zum Arzt - dann zum Sport!Die Gesundheitsprüfung beginnt zunächst mit einer genauen Anamneseerhebung (Vorgeschichte). Nach der körperlichen Untersuchung werden spezielle Herz- und Kreislauftests durchgeführt. Hierzu gehört die Ableitung eines 12-Kanal-EKG in Ruhe und unter Fahrrad- oder Laufband-Belastung. Obligat (nach den Richtlinien für die kardiale sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei Leistungssportlern) ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Ergänzend kann zur Leistungseinschätzung eine Spiroergometrie oder ein Lactattest durchgeführt werden, um die individuelle anaerobe Schwelle zu ermitteln und den optimalen Trainingspuls zu ermitteln.Beim Abschlußgespräch erfährt man, ob gesundheitliche Risiken oder Einschränkungen bestehen. Wir erläutern, welche Sportart individuell geeignet ist und ob die sportartspezifischen Belastungen zumutbar sind. Auch die Empfehlung welches Trainingspensum angestrebt werden soll, gehören zu einer guten Beratung durch den erfahrenen Sportarzt. Für Profisportler gelten die Empfehlungen, diese Untersuchung einmal jährlich durchführen zu lassen.Bei "Husten, Schnupfen, Heiserkeit", Fieber oder Gliederschmerzen und sonstigen akuten Erkrankungen heißt es Sportpause und anschließend allmählicher Beginn. Im Zweifelsfall den Sportarzt fragen!Nun hat man alle diese Hürden des ärztlichen Gesundheits-Checks überwunden! Dann nehme man sich ein Herz und los geht´s im Verein mit all den vielfältigen Angeboten, im Fitnessstudio, beim Lauftreff, mit Freunden oder einfach ganz für sich allein. Mit den richtigen Tipps steht dem sportlichen Elan nichts mehr im Wege!Dann kommt mit der Freude an körperlicher Aktivität auch bald spürbar die Verbesserung der körperlichen (und oft auch geistigen) Leistungsfähigkeit.Und man gehört wirklich dazu, zu diesen sporttreibenden, fröhlichen Menschen!


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