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Sportmedizin

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Warum Sportcheck?

Todesfälle im Leistungssport

Stichwort Lactat

Ablauf

Was kostet es?

Warum Sportcheck?

Stichwort: Risiko für den akuten Herztod
FussballSeit den tragischen Todesfällen von 2 Eishockeyprofis der DEL (deutsche Eishockey-Bundesliga) innerhalb eines Monats betreuten wir von1998 bis zum Frühjahr 2005 die DEG-Metrostars internistisch-kardiologisch. Einmal jährlich führten die Profis ein "Medical" für die Lizensierung in der DEL bei uns durch. Auch für internische Probleme während der Bundesliga-Saison waren wir ärztlich gefordert. Im Laufe der Jahre kamen andere Sportarten (Taucher, Rennradfahrer im Hobby- und Profibereich) sowie zuletzt die Läufer hinzu, insbesondere in den vergangenen 6 Jahren aus dem Marathonbereich. Hierbei spielen Läufer-Kontingente grosser Firmen eine immer grössere Rolle, da der aktive Sport inzwischen zur fortschrittlichen Firmenkultur gehört. So haben wir vom Jahre 2003 bis heute die Vorsorgeuntersuchung für eine grosse Anzahl von Metro- und Kaufhof-Marathonläufern durchgeführt. Dies erstreckte sich auf die Eingangsuntersuchung oder auf jährliche Check-ups.

Seit 2005 sind wir alleiniges Untersuchungszentrum des Landessportbundes in Düsseldorf. Seither haben viele junge Kaderathleten aus Leichtathletik, Rudern, Fechten und Tischtennis den Weg in unsere Praxis gefunden, darunter zahlreiche Landesmeister und Deutsche Meister.

Seit 2007 haben wir die sportmedizinische Betreung von Fortuna Düsseldorf in Kooperation mit den orthopädischen Kollegen Dr. Ulf Blecker und Dr. Alois Teuber übernommen. Seit dem Aufstieg in die 2. Fussballbundesliga und der Einrichtung eines Jugendleistungszentrums kommen neben der Mannschaft der 2.Bundesliga auch die A- und B-Jugend der 1.Bundesliga sowie die U9 bis U18 Jugendmannschaften jährlich zu Pflichtkontrollen, im Erkrankungsfall auch innerhalb der Saison.

So kommen bei uns pro Jahr zwischen 600 und 1000 Sportuntersuchungen zusammen. Dabei ergeben sich auch bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen immer wieder überraschende Abweichungen und Erkrankungen als Zufallsbefund. Diese müssen nicht immer mit Sportuntauglichkeit verbunden sein, erfordern jedoch manchmal absichernde oder korrigierende Massnahmen.

Was sagt die Statistik?
Das allgemeine Risiko für unter 40-jährige, während des Sports einen akuten Herztod zu erleiden, beträgt 1:200.000. Für über 40-jährige steigert sich das Risiko auf 1:15.000 (durch die Zunahme der degenerativen Herzerkrankungen).

Unnötige Risiken abwehren
Neben der Erkennung von gefährlichen Herzmuskelentzündungen nach Bagatellinfekten ist Diagnostik angeborener oder degenerativer Erkrankungen des Herzens (koronare Herzkrankheit, Klappenfehler) zur Gefahrenabwehr wichtig.
Dass es sich hierbei durchaus um konkrete Risiken handelt, zeigt der folgende Ausschnitt aus der RP vom 19.9.2004:

51-jähriger starb beim Lichterlauf in Duisburg (RP)
Ein tragisches Ereignis überschattete den Bunert´s Lichterlauf an der Wedau-Regattabahn in Duisburg. Wenige Meter vor dem Ziel des Hauptlaufes über 10.000 Meter brach der 51-jährige Düsseldorfer Teilnehmer Jürgen O. mit einem schweren Herzinfarkt zusammen und verstarb wenig später in den städtischen Kliniken. Ein Mediziner, nur wenige Meter entfernt Augenzeuge, leistete unmittelbar erste Hilfe. Eine halbe Stunde versuchte man den Mann zu reanimieren -vergeblich.

Allein vor dem Düsseldorfer Marathon 2003 stellte sich in unserer Praxis bei ca. 120 untersuchten Läufer/innen 3 potentiell gefährliche Erkrankung heraus:

  • Ein Läufer (59 J.) hatte eine später angiografisch gesicherte (asymptomatische!) hochgradige RIVA-Stenose, die eine Ballonaufdehnung un die Implantaiton eines Stents erforderlich machte.
  • Eine 21-jährige Sportlerin hatte eine seltene Gefässanomalie mit Abgang der Vorderwandkranzader aus dem venösen System (Bland-White-Garland-Syndrom). Sie ist inzwischen operiert und gesund.
  • Eine Läuferin (Ende 30) hatte eine schwere Schilddrüsenüberfunktion auf dem Boden einer Autoimmun-Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung). Sie wäre bei Spitzenbelastungen ein hohes Risiko für den akuten Herztod eingegangen, abgesehen davon, dass lt. ihrem Trainingstagebuch die Leistung nicht mehr stimmte.

Hohe Drop-out-Quoten bei älteren Sportlern 

Inzwischen haben wir Tausende von Sportlern im Breitensport untersucht, die ihr lediglich ihr Gewicht oder ihren Gesundheitszustand halten wollten, jedoch auch Hochleistungssportler mit dem Vorhaben, ihre Marathonzeit unter 2:40 h zu drücken. Dabei haben sich die statistischen Erwartungen nur bestätigen: in der Altersklasse 50 und älter haben wir eine Drop-out-Quote von fast 10% Patienten, denen man vom Marathon abraten muss oder zumindestens eine qualifizierte Zusatzdiagnostik (bis hin zum Herzkatheter) empfehlen muss.

Gesundheitliche Katastrophe 

Marathonlauf DüsseldorfEine absolute Katastrophe aus sportmedizinischer Sicht war der Ruhrmarathon im Mai 2006 und für die Familien der Hinterbliebenen eine Tragödie: 2 Läufer starben auf der Strecke, ein weiterer Läufer mit Kammerflimmern konnte bis zum Eintreffen des Streckennotarztes von zwei zufällig hinter ihm laufenden Anästhesisten reanimiert werden. Anlässlich der notfallmässigen Katheteruntersuchung wurde im Krankenhaus Herne eine Herzkranzader ballondilatiert. Dem Patienten geht es nach unseren Informationen wieder gut. Bei fast allen größeren Marathons ist der Tod auch von jungen Menschen zu beklagen. Auch im Oktober 2009 starben gleich 3 Menschen beim Detroit Marathon. Über die Umstände gibt es keine Angaben.

Wir können hieraus nur die Lehre ziehen, dass viele Sportler ihr gesundheitliches Problem nicht kennen oder es ignorieren, leider manchmal mit fatalem Ausgang. Wir raten zu einer qualifizierten Untersuchung durch einen erfahrenen Sportmediziner, möglichst mit Trainingserfahrung in der entsprechenden Sportart.

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Akuter Herztod (Sudden Cardiac Death, SCD) im Sport (unvollständige Liste)

Fußball:

  • Renato Curi (* 20. September 1953; † 30. Oktober 1977), Fußballspieler (AC Perugia); starb im Alter von 24 Jahren während eines Spiels an einem Herzinfarkt.
  • Omar Sahnoun (* 18. August 1955; † 21. Mai 1980), Fußballspieler (Girondins de Bordeaux, ehemaliger französischer Nationalspieler, war 1977 wegen Herzproblemen aus der Nationalmannschaft genommen worden); starb im Alter von 24 Jahren beim Training.
  • Michael Klein (* 10. Oktober 1959; † 2. Februar 1993), Fußballspieler (Bayer Uerdingen, rumänische Nationalmannschaft); starb im Alter von 33 Jahren beim Training während eines Dauerlaufs an Herzversagen.
  • Hédi Berkhissa (* 8. Mai 1972; † 4. Januar 1997), Fußballspieler (Espérance Sportive de Tunis, tunesische Nationalmannschaft); starb im Alter von 24 Jahren während eines Freundschaftsspiels an einem Herzinfarkt.
  • Axel Jüptner (* 26. April 1969; † 24. April 1998), Fußballspieler (Carl Zeiss Jena, damals in der 2. Bundesliga); brach nach dem Training zusammen und starb einen Tag später im Alter von 28 Jahren, als Ursache wurde eine Herzmuskelentzündung angegeben.
  • Cătălin Hâldan (* 3. Februar 1976; † 5. Oktober 2000), Fußballspieler (Dinamo Bukarest, rumänische Nationalmannschaft); starb im Alter von 24 Jahren im Krankenhaus, nachdem er bei einem Freundschaftsspiel einen Herzinfarkt erlitten hatte.
  • Marc-Vivien Foé (* 1. Mai 1975; † 26. Juni 2003), Fußballspieler (Olympique Lyon/Manchester City F.C., kamerunische Nationalmannschaft); starb während eines Spieles seiner Nationalmannschaft beim Konföderationen-Pokal 2003 an Herzversagen.
  • Miklós Fehér (* 20. Juli 1979; † 25. Januar 2004), Fußballspieler (Benfica Lissabon, ungarische Nationalmannschaft); starb im Alter von 24 Jahren während eines Spiels an Herzstillstand.
  • Antonio Puerta (* 26. November 1984; † 28. August 2007), Fußballspieler (FC Sevilla, spanische Nationalmannschaft); starb im Alter von 22 Jahren, drei Tage nachdem er während eines Spiels einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte
  • Markus Paßlack (23), Torwart Fortuna Düsseldorf, akuter Herztod 1998 beim Probetraining in Nürnberg.
  • Gerald Asamoah (* 3. Oktober 1978 in Mampong, Ghana) ist ein deutscher Fußballspieler. Mit 19 Jahren überlebter Herztod bei angeborener Herzmuskelverdickung (HOCM)
  • Phil O’Donnell (* 25. März 1972; † 29. Dezember 2007), Fußballspieler (FC Motherwell, ehemaliger schottischer Nationalspieler); starb im Alter von 35 Jahren an Herzversagen, nachdem er bei einem Fußballspiel kollabiert war
  • Ümit Özat (* 30. Oktober 1976 in Ankara) ist ein ehemaliger türkischer Fußballspieler und Kapitän des Bundesligisten 1.FC Köln. Am dritten Spieltag der Saison 2008/09 durch Reanimation überlebter Herztod, Rücktritt vom Profifußball wegen Myokarditis (Herzmuskelentzündung), erneute Reanimation als Co-Trainer in der Saison 2009/10.

Handball:

  • Sebastian Faißt (* 7. März 1988; † 3. März 2009), Handballspieler (TSV Dormagen, deutsche Junioren-Nationalmannschaft); starb im Alter von 20 Jahren während eines Spiels der deutschen U21-Nationalmannschaft an Herzversagen.

weitere Mannschaftssportarten:

  • Chuck Hughes (* 2. März 1943; † 24. Oktober 1971), American-Football-Spieler (Detroit Lions); starb im Alter von 28 Jahren während eines Spiels an einem Herzinfarkt
  • Stéphane Morin (* 27. März 1969 in Montreal, Québec; † 6. Oktober 1998 in Oberhausen) war ein kanadischer Eishockeyspieler. Am 6. Oktober 1998 beim Meisterschaftsspiel gegen die Revierlöwen Oberhausen brach er auf der Ersatzbank zusammen und erlitt einen tödlichen Herzstillstand

Leichtathletik:

  • Ryan Shay (* 4. Mai 1979; † 3. November 2007), Marathonläufer (USA-Meister 2003); starb im Alter von 28 Jahren während eines Marathonlaufes durch Herzstillstand.
     Wassersportarten  [Bearbeiten]
  • György Kolonics (* 4. Juni 1972; † 15. Juli 2008), Kanute (Olympiasieger im Einer- und Zweier-Canadier); starb im Alter von 36 Jahren während des Trainings, vermutlich an einem Herzinfarkt.

Herztod von Leistungssportlern beim Freizeitsport:

  • Heiko Fischer (* 25. Februar 1960; † 21. November 1989), deutscher Eiskunstläufer (fünffacher bundesdeutscher Meister); starb im Alter von 29 Jahren, nachdem er beim Squashspielen zusammengebrochen war; als Todesursache wurde eine Herzmuskelentzündung angenommen.
  • Bruno Pezzey (* 3. Februar 1955; † 31. Dezember 1994), ehemaliger Fußballspieler (österreichische Nationalmannschaft); starb vier Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Alter von 39 Jahren beim Eishockeyspielen.

 Herztod von Leistungssportlern außerhalb der sportlichen Betätigung

In den hier gelisteten Fällen erlitten junge Leistungssportler einen plötzlichen Herztod zu einem Zeitpunkt, der nicht während oder kurz nach einer sportlichen Betätigung lag. Inwieweit ein Zusammenhang mit vorausgegangenem Training besteht, ist dabei meist unklar.

  • René Herms (* 17. Juli 1982; † 9. Januar 2009), Leichtathlet (mehrfacher deutscher Hallenmeister über 800m); wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden, als Ursache seines Todes wird eine virusbedingte Herzmuskelentzündung angenommen.
  • Daniel Jarque (* 1. Januar 1983; † 8. August 2009), Fußballspieler (Espanyol Barcelona, ehemaliger Spanischer Junioren-Nationalspieler); starb im Alter von 26 Jahren in seinem Hotelzimmer während eines Telefonats; aufgrund eines Herzversagens.

Sonstige Ursachen:
Hierunter fallen z. B. Todesfälle, bei denen Doping bzw. Medikamentenmißbrauch zum Zweck der Leistungssteigerung als Ursache angenommen wird, oder bei denen eine genaue Todesursache unbekannt ist, der Tod aber während oder unmittelbar nach einer sportlichen Leistung eingetreten ist.

Leichtathletik

  • Birgit Dressel (* 4. Mai 1960; † 10. April 1987), mehrfache deutsche Meisterin im Siebenkampf; starb im Alter von 26 Jahren nach einem Multiorganversagen, als Ursache wurde die kombinierte Einnahme zahlreicher Medikamente zum Zweck der Leistungssteigerung angenommen.
  • Andreas Münzer, (* 25. Oktober 1964 in Pack (Steiermark), Österreich; † 14. März 1996 in München) war ein österreichischer Bodybuilder, der 1996 mit nur 31 Jahren an multiplem Organversagen infolge jahrelangem massivsten Dopings starb 
  • Florence Griffith-Joyner (* 21. Dezember 1959; † 21. September 1998), US-amerikanische Sprinterin (1988 Olympiasiegerin im 100m- und 200m-Lauf); starb im Alter von 38 Jahren. Ob ihr Tod auf Doping zurückzuführen ist, konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Radsport:

  • Tom Simpson (* 30. November 1937; † 13. Juli 1967), britischer Radsportler (Straßenrad-Weltmeister 1965; Gewinner der Flandern-Rundfahrt 1961, Mailand-San Remo 1964 und Lombardei-Rundfahrt 1965); starb im Alter von 29 Jahren auf einer Steigungsstrecke der Tour de France 1967. Als Todesursache wurde Dehydrierung angenommen, Simpson soll vor der Etappe Amphetamin und Alkohol konsumiert haben
  • Marco Pantani (* 13. Januar 1970 in Cesena; † 14. Februar 2004 in Rimini, Italien) war ein italienischer Profi-Radrennfahrer, der nach Einnahme von Dopingmitteln, später auch Antidepressiva und Kokain am akuten Herztod verstarb

unvollständige Liste von prominenten Leistungssportlern, es fehlen die tausende Hobbysportler, deren akuter Herztod lediglich im Lokalteil der Ortszeitung gewürdigt wird.

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 warum Lactat?

Stichwort: Lactat
Laktat- und ventilatorische Schwellen werden zur Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung eingesetzt. Die anaerobe Schwelle, ermittelt über die Laktat-Leistungskurve, repräsentiert das maximale Laktat-Steady-State. Sie ist die obere Grenze des aerob-anaeroben Übergangs und stellt einen physiologischen Breakpoint dar. Bei länger dauernden Belastungen oberhalb der anaeroben Schwelle steigt die Laktatkonzentration im Blut trotz konstanter Intensität an.

Aerobe Schwelle
Der Beginn des aerob-anaeroben Übergangs wird durch die aerobe Schwelle definiert, den Punkt des ersten Laktatanstiegs. Den genannten Laktatschwellen können ventilatorische Schwellen zugeordnet werden. Individuelle anaerobe Schwellen erlauben gegenüber fixen Laktatschwellen eine zuverlässigere Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit und Intensitätssteuerung. Das klassische Prinzip der Leistungsüberprüfung im Labor ist die Spiroergometrie mit Messung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max).Es besteht aber eine deutliche Diskrepanz zwischen der sportartspezifischen Leistungsentwicklung, beispielsweise in gut messbaren Ausdauersportarten wie im Langstreckenlauf, und der Zunahme der VO2max. Schon in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts lagen die Werte für die VO2max um oder über 80 ml/min/kg. Ähnliches gilt auch für die Herzvolumina, deren Maximalwerte vor 3 Jahrzehnten bereits knapp 20 ml/kg betrugen. Die Messung von maximalen Leistungsparametern wurde folgerichtig ergänzt durch Konzepte, die auf submaximalen Werten basieren, wobei insbesondere respiratorische Größen (ventilatorische Schwellen) und Blutlaktatkonzentrationen (Laktatschwellen) benutzt werden.

Anaerobe Schwelle
Seit den 70er Jahren ist die anaerobe Schwelle ein etablierter Begriff im internationalen Schrifttum und hat in der Praxis von Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung einen festen Stellenwert.Aus trainingsphysiologischer Sicht hat der aerob-anaerobe Übergang Lactatkurvebesondere Bedeutung. Dieser beginnt mit dem ersten Laktatanstieg, auch als Laktatschwelle oder aerobe Schwelle (AeS) bezeichnet, und endet mit der anaeroben bzw. individuellen anaeroben Schwelle (IAS), die das maximale Laktat-Steady-State repräsentiert.Die anaerobe Schwelle liegt im Mittel bei 4 mmol/l Laktat (4), bei Ausdauertrainierten aber meist niedriger.Spiroergometrisch entspricht dem ersten Laktatanstieg die ventilatorische Schwelle VT1 . Die anfallende Milchsäure wird über Bikarbonat abgepuffert, das vermehrt freigesetzte Kohlendioxid (Excess-CO2) führt zu einem überproportionalen Anstieg der Ventilation. Hier liegt auch der von Hollmann definierte Punkt des optimalen Wirkungsgrades der Atmung. Wasserman hat die ventilatorische Schwelle ursprünglich als "anaerobic threshold" bezeichnet, die nicht mit der über die Laktatkonzentration ermittelten anaeroben Schwelle verwechselt werden darf, deren Intensität höher liegt. Der zweite überproportionale Anstieg der Ventilation (VT2) wird auch als respiratorischer Kompensationspunkt (RCP) bezeichnet, der im Bereich der anaeroben Laktatschwelle liegt, aber nicht punktgenau identisch ist. Es wird angenommen, dass in diesem Intensitätsbereich die aus der Milchsäure anfallenden Wasserstoffionen nicht mehr vollständig abgepuffert werden können, so dass der abfallende pH die Atmung zusätzlich stimuliert. Für die Bestimmung der ventilatorischen Schwellen haben sich rampenförmige Belastungsprotokolle bewährt, weil stufenförmige Intensitätsanstiege zu Artefakten führen können, die fälschlich als Schwellen interpretiert werden. Hingegen werden Laktatschwellen überwiegend auf der Basis von stufenförmigen Belastungsprotokollen ermittelt.

Viele Methoden
Es existiert eine Vielzahl von Methoden, wobei die jeweils berechneten anaeroben Schwellen in der Regel nicht vergleichbar sind. Die meisten Schwellenmodelle sind unzureichend validiert. Fixe, d. h. auf definierte Laktatkonzentrationen bezogene Schwellen, sind zwar am einfachsten zu bestimmen, berücksichtigen aber nicht, dass gleiche Blutlaktatkonzentrationen interindividuell unterschiedliche metabolische Situationen reflektieren können. Deshalb sind so genannte individuelle anaerobe Schwellen anzustreben, bei denen die Schwellen-Laktatkonzentrationen in Abhängigkeit von der Sportart und vom Trainingszustand teilweise deutlich von 4 mmol/l abweichen können.
 Ein in den 80er Jahren entwickeltes Konzept zur Bestimmung der individuellen anaeroben Schwelle berücksichtigt zusätzlich die Laktatkinetik der unmittelbaren Erholungsphase. Es konnte nachgewiesen werden, dass die auf diese Weise bestimmte anaerobe Schwelle das maximale Laktat-Steady-State widerspiegelt. Diese Schwelle bleibt durch eine Glykogenverarmung der Arbeitsmuskulatur unbeeinflusst. Die Reliabilität ist hoch, im Test-Retest-Vergleich besteht kein Unterschied für die Schwellenleistungsfähigkeit. Veränderungen der Stufendauer und -höhe wirken sich unterschiedlich aus. Eine Verlängerung der Stufendauer hat keinen signifikanten Einfluss, dem gegenüber führt eine Reduzierung der Stufenhöhe zu einem Anstieg der Schwelle.

Da Änderungen der Energiebereitstellung nicht abrupt, sondern allmählich erfolgen, wird der Schwellenbegriff auch kritisch diskutiert. Aber zweifellos signalisieren markante Änderungen der Laktat- und Ventilationskurven, die optisch als "Knickpunkte" zu erkennen sind, nicht nur metabolische, sondern auch Änderungen anderer Teilbereiche.

Katecholamine steigen
So steigen die Plasmakatecholamine Adrenalin und Noradrenalin bei Überschreiten der anaeroben Schwelle überproportional an. Auch immunologische Parameter wie die natürlichen Killerzellen oder der oxidative Burst zeigen oberhalb der anaeroben Schwelle signifikante quantitative Veränderungen. Die anaerobe Schwelle ist ein zuverlässiger Parameter zur Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit und im Gegensatz zur VO2max unabhängig von der Motivation bzw. Ausbelastung. Veränderungen der Ausdauer werden mit hoher Sensitivität erfasst. Die Leistungsfähigkeit an der anaeroben Schwelle beträgt in Abhängigkeit von der Sportart und dem Trainingszustand ca. 60 bis 85% VO2max (aerobe Schwelle ca.40 bis 65% VO2max).

Trainingssteuerung
Intensitätsvorgaben für eine Trainingssteuerung sind anhand des Zwei-Schwellen-Konzepts, das den aerob-anaeroben Übergang definiert, möglich. Die aerobe Schwelle markiert die obere Grenze des regenerativen Trainingsbereichs. Extensives Ausdauertraining (Grundlagenausdauer I - GA I) findet je nach Sportart und Belastungsdauer bei 70 bis knapp 90 % der anaeroben Schwelle statt, intensives Ausdauertraining (Grundlagenausdauer II - GA II) und Tempodauerläufe (TDL) zwischen 90 bis 100% der anaeroben Schwelle.

Im Leistungssport erfolgt die Energiebereitstellung bei intensivem Dauerlauftraining bereits mit merklich anaeroben Anteilen (Laktat im Mittel zwischen 3 bis 5 mmol/l). Intervallprogramme (IVT) erfolgen mit Intensitäten oberhalb der anaeroben Schwelle, wobei in Abhängigkeit von Intensität und Pausendauer unterschiedliche Laktatkonzentrationen angesteuert werden können. Gute Marathonläufer absolvieren ihre Rennen im Bereich der anaeroben Schwelle. Deren Laufzeiten können deshalb über die Schwellenleistungsfähigkeit prognostiziert werden. Marathonläufer regionaler Klasse (ca. 3:00 h) laufen mit ca. 95% der Geschwindigkeit der anaeroben Schwelle.

Auch in der Rehabilitation
Trainingsempfehlungen für den präventiven und rehabilitativen Sport orientieren sich ebenfalls am aerob-anaeroben Übergangsbereich. Kürzere Trainingseinheiten können zwischen 90 bis 100 % der anaeroben Schwelle, längere nahe der aeroben Schwelle durchgeführt werden. Die Empfehlungen sollten als Herzfrequenzvorgaben erfolgen. Da Betablocker die Laktat-Leistungskurve nicht beeinflussen, können auch für diesen Personenkreis exakte Trainingsvorgaben erfolgen. Überschwelliges Training, d. h. oberhalb der anaeroben Schwelle, ist für den Gesundheitssport nicht relevant und kann bei Patienten riskant sein. Das Maximum der Fettverbrennung - absolut betrachtet - liegt bei 55 bis 72% VO2max entsprechend 68 bis 79% der maximalen Herzfrequenz. Dies entspricht dem Bereich des aerob-anaeroben Übergangs. Erst oberhalb der anaeroben Schwelle nimmt der Anteil der Fettverbrennung an der Gesamtenergiebereitstellung deutlich ab. Mithin führt ein Training von ca. 90% der anaeroben Schwelle auch zu einer maximalen Fettverbrennung. Die anaerobe Schwelle ist ein zuverlässiger und praktikabler Parameter in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Die jeweiligen Testmethoden müssen aber hinsichtlich ihres Anwendungsbereiches validiert und kritisch hinterfragt werden, um eine sinnvolle Nutzung in der Sportpraxis zu gewährleisten. Wegen der möglichen interindividuellen Unterschiede im Laktatverhalten sollten laktatorientierte Trainingsempfehlungen zumindest in Einzelfällen unter spezifischen Feldbedingungen überprüft werden. Außerdem können biomechanische und koordinative Unterschiede zwischen Labor- und Feldbelastung bestehen.

aus: Prof. Kindermann, Zeitschrift für Sportmedizin 6/2004

Leistungskontrolle und Trainingsberatung
Mit der Lactatbestimmung auf dem Fahrrad- oder Laufbandergometer lässt sich also die individuelle anaerobe Schwelle (IAS) bestimmen, ein guter Parameter zur Einschätzung der aeroben Leistungsfähigkeit.Die IAS ist ein dynamischer Parameter, der sich im Laufe des überschwelligen Trainings verändert (siehe Lactatkurve im Kapitel Untersuchungen). Anhand der bei uns sportartspezifisch ermittelten Lactatkurve kann eine differenzierte Trainingsberatung erfolgen. Eine noch genauere Einschätzung der kardiopulmonalen Belastbarkeit kann durch die Spiroergometrie erfolgen. Auch diese wird in unserer Praxis routinemässig durchgeführt.Termine und Preise erfahren sie über unsere Rezeption.

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Ablauf

Terminvereinbarung:

Den Untersuchungstermin haben Sie am besten einige Wochen im Voraus mit unserem Empfang vereinbart. In Ausnahmefällen führen wir Untersuchungen auch am selben Tag durch ("Last Minute...") Am Untersuchungstag erscheinen Sie ca. 15 min. vor dem Termin in unserer Praxis. Wenn Sie mit dem Auto kommen, finden Sie zahlreiche Stellplätze auf unserem praxiseigenen Parkplatz hinter dem Haus, folgen Sie bitte der Beschilderung. Die Anfahrtsroute können Sie sich in dem Routenplaner auf der rechten Seite der Homepage zeigen und ausdrucken lassen.

Aufnahme:

Unsere geschulten Assistentinnen nehmen zunächst Ihre Personalien über die Krankenversicherungskarte auf und tragen Sie in die Wartezimmerliste ein. Insbesondere, wenn Sie zum ersten Mal bei uns sind, bitten wir um das Ausfüllen eines Patientenfragebogens. Hier stellen wir Fragen zu früheren Erkrankungen, Medikamenten usw. Dies ist für den betreuenden Arzt sehr hilfreich und spart viel Zeit beim Erheben der Anamnese (Krankenvorgeschichte).

Ihr Arzt:

Im Idealfall holt Sie Ihr Arzt wenige Minuten später vom Wartezimmer ab. Wir sind eine Terminpraxis und bemühen uns um strikte Einhaltung der Zeiten, dennoch kann es vorkommen, dass durch unerwartet komplizierte Fragestellungen oder Notfälle Wartezeiten entstehen. Für diesen Fall bitten wir um Verständnis und etwas Geduld.

Gankörperuntersuchung:

StethoskopWenn ihr betreuender Arzt mit Ihnen im Vorgespräch Ihr Vorhaben, Risikoprofil und Ihren aktuelle Befindlichkeit geklärt hat, werden Sie körperlich untersucht. Dies erstreckt sich nicht nur auf das Abhören der Herztöne, sondern wir führen eine Ganzkörperuntersuchungen (Halsschlagadern, orientierender Zahnstatus, Schilddrüse, Wirbelsäule, Lungen, Oberbauchorgane, Leisten- und Beinschlagadern) durch.

Individuelle Zusammenstellung der Untersuchungspakete:

Danach erfolgt die Zusammenstellung der Untersuchungsteilpakete, welche Ihrem(n) Risikofaktor(en) gerecht werden. Eine beispielhafte Aufstellung finden Sie unter: "Was kostet es?" Bei der Zusammenstellung der Untersuchungen haben wir uns bemüht, einem Durchschnittspatienten mit dem Risikofaktor "Rauchen" gerecht zu werden. Es ist selbstverständlich, daß bei Vorhandensein mehrerer Risikofaktoren oder bereits extern durchgeführten Untersuchungen die individuelle Untersuchungskombination stark abweichen kann. Wir sind immer bemüht, die für Sie angemessene und preislich im Rahmen des vertretbaren liegende Untersuchungsart zu finden - sprechen Sie mit uns.

Technische Untersuchungen:

Unmittelbar danach erfolgen allle geplanten Untersuchungen, deren Ergebnisse auch sogleich Eingang in das Abschußgespräch finden. Ausnahme sind die Laborwerte oder komplexe Untersuchungen wie die Spiroergometrie, deren Ergebnis erst am Folgetage vorliegen.

Abschlußbesprechung:

Anschliessend erfolgt die Besprechung der Ergebnisse. Sie erfahren etwas über Ihren Gesundheitszustand und das aktuelle Trainingsniveau. Hierbei gehen wir auf die besonderen Aspekte und Risiken Ihrer Sportart ein und erklären Ihnen, auf welche Art Sie Ihre Trainingsziele am besten erreichen können.

Zu guter Letzt erhalten Sie eine schriftliche Zusammenfassung Ihrer Untersuchungsergebnisse, einerseits für Sie um Nachlesen, jedoch bei Bedarf auch zur Information Ihres Hausarztes oder eines anderen nachgeordneten Arztes.

Kostenübernahme

Die geschilderten Vorsorgeuntersuchungen werden von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen, private Krankenversicherungen erstatten die Untersuchungskosten regelhaft. Als privates Institut für Prävention und Sportmedizin mit entsprechendem Untersuchungsaufkommen sind wir bei Abrechnung außerhalb der Privatversicherung der Mehrwertsteuer unterworfen. Wegen der äusserst scharfen Kalkulation begrüssen wir die Bezahlung nach Abschluss der Untersuchung an unserem Empfang. Z.Zt. ist noch kein bargeldloser Verkehr möglich.

Wie geht es im Fall einer behandlungspflichtigen Erkrankung weiter?

Sollte sich bei der Untersuchung eine behandlungspflichtige Erkrankung herausstellen, erfolgt die notwendige Weiterbetreuung über Ihre gesetzliche oder private Krankenversicherung.

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Was kostet es?


 Sportbasispaket 99.- € + MwSt.:

  • gründliche Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese)
  • ganzheitliche körperliche Untersuchung
  • Ultraschall des Herzmuskels und der Herzklappen (Echokardiogramm) und der herznahen großen Gefäße (Aorta, Lungenarterie)
  • Fahrradergometrie zum Ausschluß einer Gefäßanomalie, Kranzaderverengung oder potentiell gefährlichen Herzrhythmusstörungen
  • umfassende Beratung zum Trainingszustand und Gesundheitsrisiken, Trainingsberatung
  • Dauer ca. 30 Minuten
     

Ergänzungspaket Lactat 49.- € + MwSt.:

  • ergänzt das Sportbasispaket
  • für den leistungsorientierten Sportler
  • auf dem Fahrradergometer oder auf dem Laufband 
  • nur als Ergänzung zum Sportbasispaket 49.-€, als Einzelleistung 99.- €
  • anhand eines vorliegenden Echokardiogramms mussen wir davon überzeugt sein, daß Sie keine strukturelle Herzerkrankung haben
  • Besprechung der Ergebnisse, ausführliche Leistungseinschätzung (einschließlich prospektiver Marathon-Zielzeit) und Trainingsberatung
  • Dauer ca. 30 Minuten 

Leistungspaket Spiroergometrie 99.- € + MwSt.:

  • ergänzt das Sportbasispaket
  • für den wettbewerbsorientierten Sportler
  • bevorzugt auf dem Fahrradergometer, Laufband möglich
  • nur als Ergänzung zum Sportbasispaket 99.- €, als Einzelleistung 148.- €
  • auch hier muß ein vorliegendes Echokardiogramm (extern oder bei uns angefertigt) uns vorher überzeugen, daß keine strukturelle Herzerkrankung vorliegt
  • die Belastung wird mit kontinuierlicher Messung der Atemgase durchgeführt
  • gibt Auskunft über die Lokalisation einer Leistungsstörung (Herz, Lunge, Muskel)
  • gibt Auskuft über die absolute Belastbarkeit
  • guter interindividueller Vergleich möglich
  • Dauer ca. 45 Minuten

fakultative Zusatzuntersuchung bei Interesse oder hohem Risikoprofil: 

Risikopaket Blutuntersuchung 79.- € + MwSt.:

  • Bestimmung der Blutfette (Gesamtcholesterin, schlechtes Cholesterin (LDL), gutes Cholesterin (HDL), Triglyceride
  • Bestimmung des hochsensitiven CRP (hsCRP), beschreibt das Risiko für areriosklerotische Plaques
  • großes Blutbild einschließlich Differentialblutbild und Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) zur Erkennung von Anämien, Blutbildungsstörungen oder Entzündungen im Körper
  • BNP, einem neuen Parameter, der über das Vorhandensein einer Herzleistungsschwäche Auskunft gibt
  • Homocystein, eine Erhöhung gilt als Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit
  • Lp(a), eine Erhöhung gilt als Risikofaktor für die koronare Herkrankheit
  • ausführliche Besprechung der Ergebnisse
     
     

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