ICD-Implantation

ICD-Implantation

Wie funktioniert eine ICD Implantation?

Ein implantierbarer Kardioverter Defibrillator (ICD), auch Defibrillator oder kurz Defi genannt, ist ein kleines elektrisches Gerät, das zumeist unter dem linken Schlüsselbein implantiert wird und mittels einer oder mehrerer Elektroden, die im Herzen liegen, den Herzrhythmus überwacht. Bei schnellen lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflattern/Kammerflimmern) und dem drohenden plötzlichen Herztod kann der ICD durch mehrere elektrische Impulse (ATP) oder die Abgabe eines elektrischen Schocks den normalen Herzrhythmus wieder herstellen.

Seit wann werden ICD-Implantationen durchgeführt?

Der implantierbare Defibrillator wurde hauptsächlich durch die Amerikaner Mirowski und Morton entwickelt. Die erste Implantation in einen Menschen erfolgte 1980 durch den Herzchirurgen Levi Watkins in Baltimore. Die erste Implantation in Deutschland fand 1984 in Düsseldorf statt. In den folgenden Jahrzehnten haben die ICDs ihre Wirksamkeit vielfach nachgewiesen und viele Menschenleben gerettet.

Wie ging die Entwicklung der Defibrillator-Implantation weiter?

In den ersten Jahren war für eine ICD-Implantation die chirurgische Eröffnung des Brustkorbes erforderlich. Die Elektroden wurden außen auf das freigelegte Herz platziert und das Aggregat selbst unter die Bauchdecke implantiert. Im Verlauf wurden die Aggregate immer kleiner und es wurden Elektroden entwickelt, die genau wie Herzschrittmacherelektroden durch Körpervenen in das Herz vorgeschoben werden. Damit war auch die Implantation des Gerätes unter das linke Schlüsselbein möglich geworden. Neuere Entwicklungen gehen dahin, ohne Elektroden im Herzen auszukommen. Mit der Entwicklung des subcutanen ICDs steht mittlerweile eine Technik zur Verfügung, die ohne venöse Elektroden auskommt. Über Vor- und Nachteile der neuen Technik, die auch in unserer Praxis betreut werden kann, beraten wir Sie gerne.

Wer bekommt einen ICD implantiert?

Patienten, die einen plötzlichen Herztod überlebt haben, erhalten in den meisten Fällen einen ICD, damit ein erneutes Ereignis verhindert oder frühzeitig behandelt werden kann. Zusätzlich gibt es Situationen wie beispielsweise eine deutlich reduzierte Herzleistung, die einen plötzlichen Herztod in der Zukunft wahrscheinlicher werden lassen. Unsere Aufgabe ist es, solche Patienten zu identifizieren und einer ICD-Implantation zuzuführen.

Wie wird eine ICD-Implantation durchgeführt?

Wenn die Indikation zur ICD-Implantation gestellt wurde, werden die Patienten von uns nach ausführlicher Aufklärung an einer Klinik ihrer Wahl vorgestellt. In der Regel ist eine stationäre Aufnahme über 2 Tage erforderlich. Die Operation erfolgt zumeist unter Vollnarkose. Die Wunde wird von der Klinik, dem Hausarzt und unserer Praxis kontrolliert und eventuelle Fäden werden nach etwa 10 Tagen entfernt. Die erste Kontrolle erfolgt meist in der implantierenden Klinik, die Folgekontrollen bieten wir im CardioCentrum Düsseldorf an.

Was passiert bei einer Nachkontrolle?

Bei der regelmäßigen ICD-Kontrolle betrachten wir die Narbe und die Aggregattasche, um Entzündungen in diesem Bereich auszuschließen. Anschließend wird ein normales EKG dokumentiert. Danach erfolgt die Abfrage des Aggregates mittels eines speziellen und für jeden Hersteller unterschiedlichen Kontrollgerätes. Die Abfrage gibt uns Informationen über den Füllzustand der Batterie und die Funktion der Elektroden. Anschließend werden mehrere elektrische Parameter getestet und gegebenenfalls die Programmierung geändert, um eine größtmögliche Sicherheit für den Patienten oder die Patientin zu erreichen. Relevante Herzrhythmusstörungen werden intern im ICD gespeichert. Im Rahmen der Nachsorge werden diese Episoden beurteilt und anschließend falls erforderlich erneut die Programmierung angepasst oder sonstige eventuell erforderliche Maßnahmen ergriffen. Wenn alles in Ordnung ist, werden die Daten gespeichert, ein Bericht mit den ermittelten Ergebnissen an den Hausarzt erstellt und ein aktualisierter ICD-Ausweis ausgedruckt. Der Patient, die Patientin sollte diesen Ausweis immer mit sich führen, damit bei einem eventuellen Notfall alle erforderlichen Informationen verfügbar sind. Abschließend wird der nächste Kontrolltermin vereinbart.

In unserer Praxis können wir alle üblichen transvenösen und auch subcutanen ICDs der Firmen Biotronik, Boston Scientific/Guidant, Cameron Health, Medtronic, Sorin und St. Jude Medical nachsorgen.