Nachkontrolle Herzkatheteruntersuchungen im CardioCentrum Düsseldorf

Farbduplexsonographische Untersuchungen – Kontrolle nach Gefäßpunktion (Herzkatheter)

Sonographische Nach­kontrolle nach Herzkatheteruntersuchungen und peripheren Interventionen (AV-Fistel, A. spurium, Gefäßverschluss)


Warum wird eine Herzkatheteruntersuchung bei Ihnen durchgeführt?

Eine Herzkatheteruntersuchung ist ein Verfahren, bei dem nach Punktion eines Gefäßes ein System aus Drähten bzw. Kunststoffschläuchen (Kathetern) in die Herzkammern oder Gefäße des Herzens eingeführt wird.

Diese Untersuchung kann bei verschiedenen Herzerkrankungen nötig sein. Am häufigsten werden die Schlagadern des Herzmuskels (Herzkranzgefäße oder Koronarien) auf Engstellen untersucht. Bei hochgradigen Engstellen (Stenosen) erfolgte in der Regel direkt eine Therapie, bei der die Engstelle geweitet wird. Meist wird dann auch eine röhrenförmige Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Eine Herzkatheteruntersuchung kann aber auch bei der Frage nach Herzklappenerkrankungen, Erkrankungen des Herzmuskels oder bei Lungenhochdruck durchgeführt werden. Auch die kathetergestützte Untersuchung auf Rhythmusstörungen (elektrophysiologische Untersuchung) oder die nicht-operative Therapie von Herzklappenfehlern sind letztlich Herzkatheteruntersuchungen.

Warum kann eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße nach einer Herzkatheteruntersuchung nötig sein?

Bei der Herzkatheteruntersuchung muss immer ein Gefäß punktiert werden, durch welches das Schlauchsystem eingeführt und zum Herzen vorgeschoben wird. Dabei werden sowohl Schlagadern (Arterie) als auch Venen punktiert. Nach Möglichkeit wird man die Schlagadern der Unterarme punktieren, wenn eine Darstellung der Herzkranzgefäße geplant ist. Wenn dies nicht möglich ist, werden die Schlagadern der Leiste benutzt. Die Punktion einer Vene geschieht in aller Regel in der Leiste.

Als Folge einer Gefäßpunktion können verschiedene Komplikationen auftreten. Vorübergehende Schmerzen und kleine Blutergüsse sind häufig. Eine Ultraschalluntersuchung im Bereich der Einstichstelle ist nötig, wenn der Verdacht auf die folgenden drei Komplikationen besteht:

  1. Ateriovenöse (AV) Fistel
    Eine ateriovenöse Fistel ist ein Kurzschluss zwischen einer Schlagader und einer Vene. Sie kann auftreten, wenn bei der Gefäßpunktion (meist im Bereich der Leiste) mit derselben Nadel ungeplant beide Gefäße punktiert wurden. Es bildet sich dann ein Kanal zwischen den Gefäßen. Je nach Größe des Fistelganges fließt dann mehr oder weniger Blut aus der Arterie in die Vene ab. Dies führt häufig zu Schmerzen oder Schwellung der Leiste. Bei großen Fisteln kann so viel Blut umgeleitet werden, dass es zu einer Unterversorgung des Beines mit Sauerstoff oder einer Mehrbelastung des venösen Blutkreislaufs kommt. Auch Blutungen können auftreten. Das Auftreten einer AV-Fistel ist beim Zugang über die Leiste häufiger als beim Zugang über den Arm.
    Kleine Fisteln verschließen sich häufig von selbst. Bei größeren Fisteln kann es nötig werden, dass der Fistelgang interventionell oder chirurgisch verschlossen wird.
  2. Aneurysma spurium
    Ein Aneurysma spurium entsteht, wenn nach einer Punktion eines Gefäßes (üblicherweise einer Schlagader) Blut in das umliegende Gewebe fließt und sich einen Hohlraum schafft. Dort bildet sich zum Teil ein Bluterguss, aber der Hohlraum ist durch die Verbindung zum Gefäß auch mit Blut durchspült. Da das Aneurysma insgesamt sehr instabil ist, besteht die größte Gefahr in einem Zerreißen mit Auftreten einer großen Blutung. Zudem treten Schmerzen und Schwellungen im Bereich der Punktion auf. Das Auftreten eines solchen Aneurysmas ist beim Zugang über die Leiste häufiger als beim Zugang über den Arm.
    Kleine Aneurysmen können in der Regel durch eine gezielte Drucktherapie von außen geheilt werden. Bei Versagen dieser Therapie kann eine gerinnungsaktivierende Substanz eingespritzt werden, die bewirkt, dass sich der gesamte Hohlraum mit festem Blutkuchen (Thrombus) füllt. In selten Fällen kann eine gefäßchirurgische Behandlung nötig werden.
  3. Gefäßverschluss
    Das Einführen des Kathetersystems kann die Gefäßinnenwand so schädigen, dass sich durch Bildung von Blutgerinnseln ein Verschluss des Gefäßes ausbildet. Dies ist nach der Punktion über die Schlagader der Arme wahrscheinlicher als bei einer Punktion über die Leiste, da die Armgefäße kleinere Durchmesser haben. Häufig eröffnen sich die Gefäße im weiteren Verlauf wieder spontan. Eine Mangeldurchblutung der Hand ist in der Regel nicht zu befürchten, da vor einem geplanten Zugang über den Arm die ausreichende Blutversorgung der Hand durch eine zweite Schlagader geprüft wird